Untersuchung des Stadtteiches im Friedrich - Ebert Park

Bild 0Am Märkischen Gymnasium wird im Rahmen der Biologie Kurse im Jahrgang 13.1 das Thema Ökosystem See ausführlich behandelt. Die Schule grenzt direkt an den Friedrich - Ebert - Park mit dem Stadtteich. Es stellte sich somit die Frage, welche Gewässerqualität dieser Teich hat.

Am Nachmittag des 4. Septembers 2007 haben der Grundkurs Biologie und der Leistungskurs Biologie in der Jahrgangsstufe 13 unter der Leitung von Herrn Junker und Frau Menke den Stadtteich im Ebertpark untersucht.

Kartierung:Gewässermerkmale

Der Stadtteich ist ein künstlich angelegtes Gewässer in einer Parklandschaft. An einigen Stellen befindet sich ein kleiner Schilfgürtel (Bild 1). An anderen Stellen ist er von Steinplatten umfasst oder der Rasen reicht bis an das Ufer. Der Teich wird in regelmäßigen Abständen mehrfach täglich von einer Fontaine belüftet (Bild 2+3).

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Kartierung der Ufervegetation

Dazu wurde ein Grundriss des Stadtteiches erstellt und die einzelnen Bäume an Ufer bestimmt (Bild 1).

Es fanden sich folgende Bäume am Ufer des Teiches: Silberpappeln, Mammutbäume, Trauerweiden, Hängebirken (Bild 2+3)

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Bild 8Vögel am Teich

Als eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Parkbesucher dient das Füttern der zahllosen Stockenten. Häufig sind sie mit Hausenten bastardisiert. Typisch für einen Stadtteich sind neben der großen Anzahl an Stockenten (Bild 8) auch Teichhuhn (Bild 9), Bläßralle (Bild 10), Haubentaucher (Bild 11), Lachmmöwe (Bild 12),  Höckerschwäne, Rallen, Kormoran, Reiher - und Tafelente und auch andere z. T. exotische Vögel wie Nilgänse.

 

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Benthos

Mit Hilfe von Keschern und Planktonnetz wurden die Lebewesen im Teich gefangen und anschließend unter dem Binokular oder dem Mikroskop untersucht und bestimmt.

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Die Zusammensetzung des Planktons zeigte deutliche Unterschiede, wenn man verschieden Stellen am See untersuchte:

An der der Futterstelle für Enten fanden sich lediglich Hornalgen, Ruderwanzen und Rückenschwimmer. Das Plankton im Schilfrohrbereich war wesentlich artenreicher. Es wimmelte von Wasserflöhen und Ruderfußkrebschen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich im Schutz des Schilfrohrs mehr Lebewesen entwickeln können.

Physikalisch – chemische Analyse vom 04.09.2007, 16.00 – 18.00 Uhr

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Die Messungen des Temperaturprofils und des Sauerstoffprofils des Teiches in Abhängigkeit von der Wassertiefe sind nicht vom Ufer aus durchzuführen. Daher ist es erforderlich, mit einem Boot die Mitte des Teiches anzusteuern, um die Proben vornehmen zu können.

 

Physikalische Parameter

Analyse

Physikalisch-chemische Analyse - Vergleichsdaten der Messungen 07.09.2001, 11.50 – 12.45 Uhr

Physikalische Parameter:

analyse2

Beurteilung der Wassergüte und abschließende Betrachtungen

Eine abschließende Beurteilung der Gewässergüte des Stadtteiches im Friedrich–Ebert–Park erscheint aufgrund der Messwerte nicht einfach. So lassen beispielsweise die benthischen Organismen eher auf ein Gewässer der Güteklasse II schließen. Die physikalisch-chemischen Parameter zeigen sich dagegen eher uneinheitlich. Während der pH-Wert, die Eisenkonzentration und die Nitratkonzentration ebenfalls auf ein Gewässer der Güteklasse II hinweisen, lassen die Konzentrationen von Ammonium-Ionen und Phosphat-Ionen eher ein Gewässer geringerer Güteklasse vermuten. Dementsprechend ist der See nach den Parametern der chemischen Analyse mit der Güteklasse III zu beurteilen.

Bild 19Ursache für die Diskrepanz zwischen den Klassifizierungen nach biologischen und physikalisch-chemischen Ergebnissen könnte eventuell die Belüftung des Teiches durch die Fontäne in der Seemitte sein. Durch diese Fontäne wird das Seewasser regelmäßig belüftet und durchmischt, wie die bei der Bestimmung der Seetiefe festgestellte Strömung zeigt. Dadurch würde zwar der Nährstoffgehalt des Wassers nicht reduziert, dennoch könnte aufgrund der Durchlüftung auch Leitorganismen der Gewässergüteklasse II das Leben in diesem Teich ermöglicht werden. Um diese Hypothese zu belegen, müsste der Sauerstoffgehalt des Gewässers bestimmt werden, was jedoch zu diesem Zeitpunkt aus technischen Gründen nicht möglich ist.

Zusammenfassend lässt sich der Stadtteich im Friedrich–Ebert–Park als Gewässer der Güteklasse II-III und somit als kritisch belastet einstufen.