Pädagogik

 „Bei der Erziehung muss man etwas aus dem Menschen herausbringen und nicht in ihn hinein."

(Friedrich Fröbel (1782-1852), dt. Pädagoge )

Das Fach Pädagogik setzt am MGH zu Beginn der Oberstufe neu ein.

Im Fach Pädagogik ist es uns wichtig, dass immer wieder ein Bezug zum Leben hergestellt wird, denn alle Theorien, denen wir uns zuwenden, beschäftigen sich mit Menschen und das soll nie aus den Augen verloren werden. Es geht also nie um abstrakte theoretische Konstrukte, sondern immer um uns: Menschen.

Wir schauen mit Ihnen aus verschiedenen Perspektiven auf den Menschen und greifen auch auf die Nachbarwissenschaften zurück, wie die Psychologie, die Soziologie und die Biologie.

Wir haben SchülerInnen aus der Q2 um ein Statement zum Fach Pädagogik gebeten und sie sagten, dass das Fach Pädagogik interessante Themen und abwechslungsreiche Unterrichtsmethoden biete. Auch haben sie festgestellt, dass man durch das Fach Pädagogik seine eigene Jugendphase besser verstehe. Sie sagten, dass auch diejenigen auf ihre Kosten kämen, die sich für Psychologie interessieren und dass man durch das Fach Pädagogik besser mit den Gefühlen seiner Mitmenschen umgehen könne. Das, was uns als Fachschaft aber am meisten gefreut hat, ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich darin einig sind, dass man das, was man im Fach Pädagogik lernt, sein Leben lang nutzen kann.

An dieser Stelle ist es uns wichtig, deutlich darauf hinzuweisen, dass das Fach nicht darauf aus ist, Sie auf Ihr Elterndasein vorzubereiten und dass Pädagogik auch kein „Mädchenfach" ist, denn das Thema „Menschen" betrifft uns alle, oder?

Zu Beginn, in der Einführungsphase, beschäftigen wir uns im Fach Pädagogik mit der Erziehung des Menschen. Wir schauen uns unterschiedliche Erziehungsstile genau an und analysieren Erziehungssituationen. Natürlich interessieren uns auch die Erziehungsziele und deren Umsetzung, sowohl im historischen als auch im kulturellen Rahmen. Im zweiten Halbjahr der Einführungsphase erwartet Sie im Fach Pädagogik das Thema „Lernen". Es geht von simplen Lerntheorien bis zu Lerntypentests.

In der Qualifikationsphase gehen wir zunächst der psychosexuellen Entwicklung nach Freud auf die Spur und erweitern dann unseren Blick auf das psychosoziale Entwicklungsmodell von Erikson. Wir erarbeiten danach die Annahmen von Piaget zur kognitiven Entwicklung, um im Anschluss das elementarpädagogische Modell nach Maria Montessori, einer beeindruckenden Frau, unter die Lupe zu nehmen.

Dann stellen wir uns die Frage, wie die Sozialisation uns beim Rollenlernen unterstützt und greifen dabei auf die Theorie von Mead zurück, vielleicht kommen wir dabei sogar einigen Geschlechtsklischees auf die Spur. Im Leistungskurs eruieren wir zusätzlich die Förderung kindlicher Bildungsprozesse, ihre Sprachentwicklung und die Bedeutung des Spiels nach Schäfer.

Wenn wir damit fertig sind, widmen wir uns der Entwicklung, der Sozialisation und der Identitätsbildung im Jugend- und Erwachsenenalter. Wir greifen auf Eriksons Theorie zurück und fokussieren unseren Blick auf die Jugendphase und erweitern ihn im Anschluss mit der Metatheorie von Hurrelmann.

In der Jugendphase kann es zu Jugendkrisen kommen und mit einer beschäftigen wir uns exemplarisch, mit der Jugendkrise Gewalt. Im Leistungskurs bearbeiten wir zusätzlich· Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Förderung von Entwicklungsprozessen aus systemischer Sicht nach Stierlin. In dieser Theorie wird deutlich, dass nicht immer derjenige, der ein „Problem" hat, auch das „Problem" ist.

Warum sind die Menschen alle Hitler gefolgt? Eine Frage, die Sie sich bestimmt auch schon einmal gestellt haben. Wir bieten Ihnen die Chance eine Antwort zu finden.

An diese Unterrichtsreihe schließt sich sinnvoll die Erarbeitung der moralischen und demokratischen Erziehung im Anschluss an die Erarbeitung des Konzeptes zur Moralentwicklung nach Kohlberg an. Und um das Bildungssystem detailliert zu betrachten, stellen wir uns den Ergebnissen von PISA und deren Folgen.

In der heutigen Zeit der Globalisierung wollen auch wir uns dem aktuellen Thema „Interkulturelle Erziehung und Bildung" (nach Nieke) widmen und Kompetenzen erarbeiten (und erlangen) für ein demokratisches und friedliches Miteinander.

Nun fehlt nur noch ein Thema, damit Sie das MGH als mündige Bürger verlassen können, Entstehung und pädagogische Förderung von Identität und Mündigkeit, u.a. nach L. Krappmann.

Wir freuen uns auf Sie in unseren Pädagogikkursen!

Die FachlehrerInnen des Faches Pädagogik am MGH