Blick in die „Zukunft"

BILDUNG Dusan Jovanovic präsentierte die Abitur-Jahresgabe für das Märkische Gymnasium.

thumb 140602Der Hammer Künstler Dusan Jovanovic überreichte das Original der Abitur-Jahresgabe des Märkischen Gymnasiums stellvertretend an Nina Hamsen. • Foto: Wiemer

HAMM-WESTEN • Das Märkische Gymnasium hat seinem langjährigen Kunsterzieher Erich Lütgenhaus viel zu verdanken. Er war es auch, der vor 22 Jahren die Idee hatte, den Abiturienten mit dem Abschlusszeugnis erstmals auch die Abitur-Jahresgabe eines Künstlers zu überreichen. Und so stellten sich in den folgenden Jahren Künstler wie Otfnar Alt, Horst Rellecke oder Jockel Reisner in den Dienst des MGH. Auch die Abiturientia 2002, die am kommenden Freitag, entlassen wird, darf sich über eine Jahresgabe freuen. Dabei handelt es sich um eine besonders interessante, mehrfarbige Grafik mit dem Titel „Zukunft" des Hammer Künstlers Dusan Jovanovic.

Im Beisein von Kunsterzieher Bernhard Kaup überreichte er das Original gestern an Nina Hamsen, die stellvertretend für die gesamte Jahrgangsstufe das Werk in Empfang nahm. Es waren übrigens die Schüler selbst, die ihren Kunsterzieher gebeten hatten, den Künstler Jovanovic für dieses Projekt zu gewinnen. „Viele von ihnen hatten schon Gelegenheit ihn als Leiter von Zeichen- und Malkursen an der VHS kennen und schätzen zu lernen", erklärte Kaup. In den vergangenen Jahren seien es aber auch wiederholt ehemalige Schüler gewesen, die Kontakt zu verschiedenen Künstlern aufgenommen und sie ans Märkische Gymnasium vermittelt hätten. Kaup: „Die Abitur-Jahresgaben erfreuen sich großer Beliebtheit an unserer Schule." Bereits die Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 spekulierten über ihre Jahresgabe. Mit solchen Aktionen möchte das Märkische Gymnasium die künstlerischen Belange in der Schule und in der Öffentlichkeit auf besondere Weise fördern. „Die Aufmerksamkeit für Kunst soll bei Schülern, Lehrern und Eltern geweckt werden. Außerdem sollen die ehemaligen Schüler ein Andenken an die Schule von bleibendem Wert erhalten", so Kaup, der bereits auf eine Ausstellung von Dusan Jovanovic verwies. Im Herbst werde dieser in der Galerie des Märkischen seine Bilder und Plastiken der Schulgemeinde präsentieren. Ausstellung in der Treppenhausgalerie Zum Konzept der Jahresgabe gehört aber auch, dass ein Experte die Interpretation der jeweiligen künstlerischen Arbeit übernimmt. In diesem Jahr hat sich Dr. Karl Otto Bergmann, ehemaliger Vorsitzender des Kunstvereins, so seine Gedanken gemacht. Das grafische Können von Dusan Jovanovic werde auch in der Farbradierung „Zukunft" deutlich. Trotz starker Abstraktion sei auch dieses Werk von einer gewissen Gegenständlichkeit gekennzeichnet. Die warmen Farben rot, orange, gelb seien aktivierend, die kühlen Farben blau, grün, blau-violett beruhigen. In diesem farblichen Spannungsfeld stünden die jungen Menschen im Mittelpunkt des Bildes. „Die Grafik vermittelt die Spannung zwischen Vision und Wirklichkeit, die Darstellung der unmittelbaren Lebenswirklichkeit und die Vision aus den Träumen des jungen Menschen. Abschied und Neuanfang, wie bei der Reifeprüfung am Ende der Schulzeit, stehen zwischen Dunkel und Licht. Vielleicht ist das rote Dreieck an der Spitze des Licht-bandes der in das Gesetz der Geometrie umgewandelte Wunsch nach einer geordneten, gesetzmäßigen Zukunft", erklärte der Experte. • stg  

WA vom 14.06.2002