Frust am Märkischen

BILDUNG 31 Schüler aus Herringen und Pelkum auf dem Gymnasium in Bönen angemeldet. Realschule Bönen freut sich über 23 Schüler aus Hamm

PELKUM • Während im Schulzentrum Bönen Freude über die unerwartet hohen Anmeldezahlen herrschte, zog Dr. Hans-Michael Sennewald, Leiter des Märkischen Gymnasiums, ein langes Gesicht. Unter anderem seine Schule (46) sowie die benachbarte Friedrich-Ebert-Realschule (47) mussten im Vergleich zum vorigen Schuljahr empfindliche Einbußen bei den Anmeldezahlen hinnehmen. Allein mit dem Rückgang der Geburtenzahlen ist diese Entwicklung allerdings nicht zu erklären. 54 Mädchen und Jungen, die derzeit noch die Schillerschule, die Selmigerheideschule oder die Lessingschule besuchen, wechseln mit Beginn des neuen Schuljahres auf eine weiterführende Schule in der Nachbargemeinde Bönen. Den weiterführenden Schulen in Hamm, eigentlich ihre erste Adresse, gaben sie einen Korb.

Bis gestern lagen der Realschule Bönen 23 Anmeldungen aus dem Bereich Pelkum/Herringen vor. Beim Marie-Curie-Gymnasium waren es sogar 31 Anmeldungen. 14 Schüler aus dem Hammer Raum besuchen bereits das Schulzentrum Bönen. Dort geht man davon aus, dass sich die aktuellen Anmeldezahlen nicht mehr „dramatisch verändern" werden. Zwar endet die Anmeldefrist erst am heutigen Freitag, doch könne, so die beiden Schulen gegenüber dem WA, es höchstens noch den einen oder anderen Nachzügler geben. Das ursprünglich dreizügig geplanten Marie-Curie-Gymnasium wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob auch alle Kinder angenommen werden können. Hier lag die Zahl der Anmeldungen sogar höher als am Märkischen Gymnasium (121 gegenüber 103). Die Realschule Bönen freute sich über genau 100 Anmeldungen - 37 weniger als an der Friedrich-Ebert-Realschule. Unterm Strich bedeutet das, dass ein Viertel der in Bönen angemeldeten Fünftklässler aus dem Bereich Herringen/Pelkum kommt. „Bauliche Probleme nur an der Realschule" Sennewald gestand ein, dass der Einbruch bei den Anmeldezahlen dem Märkischen Gymnasium „weh tut". Für den Rückgang gebe es mehrere Gründe. Zum einen sei es im 1. Halbjahr des Schuljahres 2001/2002 nicht gelungen, die Unterrichtsausfälle insbesondere in den Bereichen Deutsch und Sport zu kompensieren. Ohne Erfolg habe man auf dem Markt nach Ersatzkräften Ausschau gehalten. „Das haben die Eltern natürlich mitbekommen", so der Schulleiter. Erst mit Beginn des 2. Halbjahrs habe sich die Situation wieder normalisiert. Wie Sennewald weiter betonte, habe das Märkische Gymnasium als Stadtteilschule für den Hammer Westen sowieso einen schweren Stand. „Die Übergangsquote ist hier geringer als in anderen Stadtbezirken." Geschadet habe dem Märkischen auch die Diskussion ums Schulzentrum West. Die immer wieder beschriebenen baulichen Probleme bezögen sich auf die Realschule, nichts aufs Gymnasium. „Leider wurden jedoch beide Schulen in einen Topf geworfen", bedauerte der Schulleiter. Die vielen Vorteile des Märkischen Gymnasiums, darunter die Profilgruppen für besonders lernfähige Schüler, seien von den Eltern hingegen kaum zur Kenntnis genommen worden. Wie Sennewald betonte, haben das Marie-Curie-Gymnasium in Bönen und die Gemeinde Bönen das Einzugsgebiet der Schule gezielt ausgeweitet. Dies sei ein „unfreundlicher Akt" gewesen, kritisierte der Hammer Schulleiter. • stg

WA vom 28.02.2002