Ein Lächeln für Hamm

BILDUNG Akie Hoshino ist die erste japanische Austauschschülerin am Märkischen Gymnasium. Die 16-Jährige wohnt in Lohauserholz.

01.02.03Lisa Wortmann und Akte Hoshino haben sich vor eineinhalb Jahren auf einer japanischen Highschool kennen gelernt. Die 16-Jährige aus der Nähe von Tokio ist die erste japanische Austauschschülerin am Märkischen Gymnasium. • Foto: Rother

HAMM-WESTEN • Sie ist 16 Jahre jung, kommt aus einer Stadt nördlich von Tokio und wohnt seit fünf Monaten bei der Familie Wortmann in Lohauserholz. Hamm findet sie einfach „spitze". Vor allem die freundlichen Menschen, die alten Fachwerkhäuser sowie die imposanten Kirchen hätten es ihr angetan, erzählt Akie Hoshino. Sie ist die erste japanische Austauschschülerin am Märkischen Gymnasium.

„Dein Deutsch ist schon um einiges besser geworden", meint Lisa Wortmann, in dessen Familie die junge Japanerin lebt. Der 18-jährigen Oberstufenschülerin hat Akie Hoshino es zu verdanken, dass sie in Hamm gelandet ist. Sicher: Von Berlin, Köln oder Hamburg habe sie auch vorher schon gehört. Aber Hamm? „Nein, die Stadt kannte ich nicht", erzählt sie. Das änderte sich jedoch vor eineinhalb Jahren. Auf einem Schulfest lernte die Japanerin Lisa Wortmann kennen, die zu diesem Zeitpunkt als Austauschschülerin in Japan weilte. „Ich habe sie angesprochen und ihr erzählt, dass ich mich sehr für Europa und insbesondere für Deutschland interessiere", erinnert sich die Akie Hoshino. Ihre Eltern hätten mit ihren Plänen keine Probleme gehabt. „Nur meine Großeltern fanden es nicht gut, dass ich für ein Jahr nach Deutschland gehen wollte." Vorfreude auf den Kölner Karneval und den Dom Für die Familie Wortmann war es kein Problem, Akie bei sich aufzunehmen. „Wir hatten schon mehrere Austauschschüler sowie Kinder, die vom Hammer Forum betreut wurden, bei uns", erzählt Tochter Lisa. Akie sei für sie schon wie eine Schwester. Das freut die 16-Jährige natürlich, die vor ihrer Reise nach Hamm am Goethe-Institut sowie in Frankfurt zwei Deutschkurse besucht hat. Mittlerweile könne sie schon recht viel verstehen. „Nicht ganz so gut klappt es mit dem Sprechen." Doch das sei kein Problem. „Manchmal muss Lisa übersetzen." Am Märkischen Gymnasium nimmt die Austauschschülerin am Unterricht der Klasse 10 b teil. Ferner besucht sie in der Jahrgangsstufe 9 einen Französischkursus. Mathe, Erdkunde und Musik seien ihre Lieblingsfächer verrät die 16-Jährige, die nach Schulschluss den Chor und die Volleyball-AG des Märkischen Gymnasiums besucht. Schwimmen, Tanzen, Klavier spielen und natürlich äs Internet seien ihre weiteren Hobbys. „Jeden Tag sitze ich vorm PC, um meine Familie per E-Mail auf dem Laufenden zu halten." Heimweh habe sie bislang noch keines bekommen. Ihren Entschluss, nach Deutschland zu gehen, habe sie nicht bereut. Das liegt sicher auch daran, dass ihr schon einiges geboten wurde. Mit ihrer Gastfamilie sei sie unter anderem schon in Frankreich, Nürnberg und Münster sowie mit ihrer Klasse in Düsseldorf gewesen. „Und kurz vor Ende des Schuljahres reise ich mit der 10 b nach Berlin." Um mitfahren zu können, habe sie sogar den Flug in die Heimat verschoben, schmunzelt die 16-Jährige, die später gerne Dolmetscherin oder Beamtin werden möchte. Wenn sie dann wieder in Tokio landet, wird Akie Hoshino einiges zu erzählen haben - nicht nur von Hamm und Deutschland, sondern auch von den Sitten und Bräuchen. Sehr schön sei Weihnachten gewesen, erzählt sie. „Und demnächst werden wir wohl auch ein wenig Karneval feiern", schmunzelt Lisa Wortmann. Akie wolle nämlich unbedingt nach Köln, um unter anderem den Dom zu sehen. Und da böte sich die Karnevalszeit an. Aber nicht nur von Weihnachten und vom Karneval wird sie ihrer Familie und ihren Freunden erzählen können, sondern natürlich auch vom Märkischen Gymnasium. Hier geht es nämlich lange nicht so streng wie an ihrer Highschool zu. Die Schülerinnen dort müssen eine Schuluniform tragen und dürfen sich zum Beispiel nicht die Haare färben. Das wäre hier nur schwer vorstellbar, lacht Lisa Wortmann. • stg 

WA vom 01.02.2003