Künstlertauziehen am Märkischen

08.05.03BILDUNG An der Stadtteilschule für den Hammer Westen gastierte das „Fair Mobil". Durch verschiedene Aktionen wurden Teamgeist, Rücksichtnahme und Vertrauen gestärkt

HAMM-WESTEN - An jedem Ende des Taus stehen vier Schüler. Plötzlich beginnt eine Gruppe kräftig zu ziehen. Die andere hält dagegen, schließlich will auch sie es ihrem letzten Mann ermöglichen, ein Bild zu malen. Doch kaum hat dieser angesetzt, ist die andere Gruppe am Zug und die Staffelei rückt in weite Feme. Und so geht es hin und her. Das „Künstlertauziehen" ist eine von zehn Stationen, die Melanie Gnad und Simone Legenhausen vom Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe gestern sowie am Montag im Märkischen Gymnasium präsentierten. Sie gehören zum „Fair Mobil".

Dieses wiederum ist ein Baustein des Projekts „Stark im MiteinanderN", das von der Westfälischen Provinzial, vom arbeitskreis soziale bildung (asb), vom Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe sowie von der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Münster entwickelt wurde. „Mittlerweile sind wir im ganzen Land unterwegs", freute sich Simone Legenhausen. Mit Hilfe des Projekts wolle man Lösungsansätze zur frühzeitigen Förderung einer konstruktiven Konfliktkultur entwickeln und dadurch zu mehr Sicherheit an westfälischen Schulen beitragen. Vom Märkischen Gymnasium nahmen zwei 5. und zwei 6. Klassen mit rund 90 Schülern an dem zweitägigen Projekt teil. Zunächst wurden sie mit dem Thema konfrontiert. „An dieser Schule kam es vor allem auf die Kooperation an", erklärten die beiden Projektleiterinnen, die von zwei Teamern sowie von 17 Schülern des Grundkurses Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 12 unterstützt wurden. So konnten die Schüler mit Hilfe von Wahrnehmungsund Erlebnisspielen, Diskussions- und Sensibilisierungsübungen zum Thema „Gewalt" erleben, wie Konflikte fair gelöst werden können. „Die Stärkung von Vertrauen, Rücksichtnahme, Teamgeist und gegenseitiger Hilfe stand während der Tage am Märkischen Gymnasium im Vordergrund", erklärte Projektleiterin Legenhausen. Zudem habe man versucht, Vorurteile abzubauen. „Und wo mehr Rücksicht, Teamgeist und Vertrauen herrschen, gibt es automatisch weniger Gewalt." Neben der Einführung in das Thema und dem Parcours sei die Auswertung der Ergebnisse ein dritter Baustein der Aktion gewesen. „Darauf kann die Schule aufbauen und sehen, wo möglicherweise Defizite bestehen und sie handeln muss." Schulleiter Dr. Hans-Michael Sennewald begrüßte das Projekt: „Teamfähigkeit und das Arbeiten in Gruppen haben mittlerweile eine große Bedeutung, da sie immer mehr in der Gesellschaft verlangt werden." Die Schüler müssten sich daher bereits jetzt in sozialen Verbünden zurechtfinden, mit anderen kooperieren und bereit sein, andere zu akzeptieren. „Und genau hier setzt das Projekt an", erklärte der Schulleiter, der sich wünscht, dass dies nicht der letzte Besuch vom „Fair Mobil" an seiner Schule war. Lernen könnten aber nicht nur die beteiligten Schüler der 5. und 6. Klassen. „Auch unsere Oberstufenschüler können praktische Erfahrungen sammeln", freute er sich. • stg

WA vom 08.05.2003