"Eine brennende Botschaft"

AKTION Jugendliche verstärkt in die „Woche der Brüderlichkeit" einbinden

220304Eröffneten die Woche der Brüderlichkeit (von links): Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Pfarrerin Martje Röckemann, Festredner Günther Bernd Ginzel und Superintendent Erhard Nierhaus. ■ Foto: Mroß

HAMM ■ „Die Woche der Brüderlichkeit ist antiquiert." Günther Bernd Ginzel, Festredner bei der Eröffnung der diesjährigen Veranstaltung, wollte damit aber nicht gegen diese sprechen, im Gegenteil: „Dahinter steckt eine brennende Botschaft." Es sei heute schwierig, sagte der Publizist jüdischen Glaubens, den Kontakt zu Jugendlichen zu erhalten, und doch müsse dieser Weg gegangen werden.

Zum Thema der Woche der Brüderlichkeit, „Verantwortung: ich, du, wir" sprach Ginzel gestern Nachmittag in der Herz-Jesu-Kirche im Hammer Norden während der Auftaktveranstaltung, an der rund 120 Menschen teilnahmen. Die sieben Tage füllende Veranstaltungsreihe wurde erstmals durch den betreuenden Arbeitskreis umbenannt - in „Woche der Begegnung mit dem Judentum". „Die eigentliche Bezeichnung ist zu einem Insider-Begriff geworden", erläuterte die Leiterin des betreuenden Arbeitskreises, Pfarrerin Martje Röckemann. „Wir wollten einen sofort verständlichen Namen." Außerdem, sagte Röckemann, versuche man in diesem Jahr, verstärkt Jugendliche in die Veranstaltungen einzubinden. Unter anderem finden mehrere Diskussionsveranstaltungen mit Ginzel in verschiedenen Hammer Schulen statt. In der Anne-Frank-Schule wird am Freitag das Theaterstück „Ein Buchenwald" aufgeführt, das sich mit dem Leben Jugendlicher im Konzentrationslager auseinander setzt. In ihrer Begrüßung sagte Röckemann: „Verantwortung zu übernehmen ist eine wichtige Aufgabe beim Erwachsenwerden und -sein." Dinge zu kommentieren, ohne sich der Inhalte bewusst zu sein, sei heute zu weit verbreitet. Die Feier wurde gestaltet durch den Schulchor des Märkischen Gymnasiums unter Leitung von Anna Wiegers. Ferner sprachen drei Schülerinnen des Gymnasiums Hammonense persönliche Grußworte. Ansprachen hielten auch Superintendent Erhard Nierhaus sowie Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. ■ ski  

WA vom 22.03.2004