Von Eltern für Eltern

BILDUNG Die Schulpflegschaft des Märkischen Gymnasiums bietet eine wöchentliche Sprechstunde für Väter und Mütter an

HAMM-WESTEN ■ Das Märkische Gymnasium ist um ein Angebot reicher: Seit Mai gibt es in der Stadtteilschule im Hammer Westen einen wöchentlichen Sprechtag von Eltern für Eltern. Von der Schulpflegschaft ins Leben gerufen, findet er jeden Dienstag von 17 bis 18 Ühr im Besprechungsraum im Bereich der Eingangshalle des Neubaus statt. Ein wesentliches Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern beziehungsweise zwischen Eltern und Schule zu verbessern. Im Vergleich zu den Grundschulen sei das Engagement der Eltern auf weiterführenden Schulen nämlich weit weniger ausgeprägt, erklärten die Initiatoren. Diesem Trend wolle man durch intensive Einbindung der Erziehungsberechtigten in das schulische Leben entgegenwirken.

„Gerne nehmen wir aber auch Kritik, Tipps und Anregungen entgegen und geben diese dann an die entsprechenden Stellen weiter", sagte die Schulpflegschaftsvorsitzende, Barbara Zwilling. „Wollen Kommunikation verbessern" Sie und acht weitere engagierte Mütter treten als Vermittler auf und betreuen das Projekt, das bei der Schulleitung auf breite Zustimmung stößt. „Wir hoffen, dass dadurch auch Hemmschwellen abgebaut werden", meinte Verwaltungschef Rainer Cyrus. Für die Schule sei es überaus wichtig, dass mögliche Probleme auch einmal aus der Sicht eines „ganz normalen" Vaters oder Mutter geschildert werden. Die intensive Elternarbeit sei auch Bestandteil des Schulprofils. Die Sprechstunden - betreut werden diese von jeweils zwei Müttern - besuchen können im Grunde genommen alle Eltern, deren Kinder auf das Märkische Gymnasium gehen und denen etwas unter den Nägeln brennt. Das können zum Beispiel auch Erziehungsprobleme, Schwierigkeiten mit Lehrern oder Verbesserungsvorschläge für den Schulalltag sein. Ferner werden die Eltern über ihre Rechte und Pflichten informiert und erhalten Tipps im Umgang mit den Hausaufgaben und der Unterrichtsvorbereitung ihrer Kinder. „Wir haben für jedes Anliegen, das mit Schule und Erziehung zu tun hat, ein offenes Ohr", sagte die Schulpflegschaftsvorsitzende. Mit Hilfe von Informationsmaterial unter anderem der Landeselternschaft habe man sich auf die Sprechstunden vorbereitet, um Hilfestellung leisten, zu können. „Und wenn auch dies nicht reicht, vermitteln wir die Eltern weiter", sagte Barbara Zwilling, die betonte, dass - sofern erforderlich und gewünscht - die jeweiligen Anliegen vertraulich behandelt werden. Das Projekt „Von Eltern für Eltern" soll aber nur eine Möglichkeit sein, Väter und Mütter mehr in die Arbeit am Märkischen Gymnasium miteinzubeziehen. „Wir haben noch viele Ideen", schilderte die Schulpflegschaftsvorsitzende. Eine davon sei ein Abendcafé. ■ stg

WA vom 09.06.2004