Gefragte Weltsprache

Schüler des Märkischen Gymnasiums testeten Englischkenntnisse der Hammer. Ohne Leistungsdruck wird bereits in den Grundschulen Englisch unterrichtet

Ausgewertet wurde jetzt das Englisch-Projekt der Jahrgangsstufe 12 des MGH. ■ Foto: Rother

22.12.04HERRINGEN/PELKUM ■ „Englisch hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen." Dieses Fazit zogen zwölf Schüler des Leistungskurses Englisch von Ulrike Basista, die im Rahmen eines Projekts der Jahrgangsstufe 12 des Märkischen Gymnasiums unterwegs waren, um die Entwicklung des Englischunterrichts in Hamm zu untersuchen und die Sprachkenntnisse der Hammer zu testen. Ein gutes Beispiel für die zunehmende Bedeutung des Englischen sei der Sprachunterricht in den Grundschulen, urteilten die Schüler.

Unter anderem die Lessingschule und die Selimgerheideschule habe man besucht und am Englischunterricht der 3. und 4. Klassen teilgenommen. „Hier werden die Grundschüler ohne Leistungsdruck an die Sprache herangeführt", schilderten die Oberstufenschüler. Dabei stünde weniger die Grammatik im Vordergrund. Vielmehr werde versucht, die Grundschüler an zwei Stunden in der Woche auf zumeist spielerische Art fürs Englische zu sensibilisieren. Den Kindern mache der Unterricht sehr viel Spaß. Ulrika Basista: „Ich bin gespannt auf die neuen Fünftklässler. Es sind dies die ersten, die im Sommer mit Englischvorkenntnissen auf unsere Schule kommen.". Englisch lernen wollen aber nicht nur Kinder und Jugendliche. Auch die Kurse der Volkshochschule seien sehr gefragt, schilderten die Pennäler. Viele Erwachsene nutzten die Kurse der VHS in Hamm, um Englisch zu lernen oder ihre Sprachkenntnisse aufzufrischen. „Vielen ist nämlich bewusst geworden, dass durch ein gutes Englisch auch die Chancen im Beruf größer sind." Denn auch dies habe eine Umfrage unter Hammer Firmen ergeben. Im Rahmen der Globalisierung sei die englische Sprache zwingend notwendig für die Kommunikation. Dennoch gibt es Hammer, die kein oder nur wenig Englisch sprechen können. Darunter seien auch jüngere Leute. So habe man zum Beispiel in einigen Geschäften die Verkäufer nach dem Weg zum Bahnhof und den Abfahrtszeiten von Zügen gefragt - auf Englisch versteht sich. Nicht überall habe man weiterhelfen können. Teilweise sei man, so die Schüler, sehr unfreundlich behandelt worden. Anders im Bahnhof: Dort sei man ausreichend informiert worden, so die Schüler, die auch schließlich 60 Passanten zu ihren Englischkenntnissen und den bekanntesten Anglizismen befragt haben. Begriffe wie „Computer" und „cool" seien dabei genannt worden. „Uns hat überrascht, dass sich die älteren Menschen nicht daran stören, obwohl sie nicht alles verstehen können." Als Grund sei unter anderem der europäische Gedanke genannt worden. ■ stg  

WA vom 22.12.2004