"Lebendig und fair"

Der Wettbewerb „Jugend debattiert" geht in seine dritte Runde. Dorothee Sigmann und Christian Bach fahren zur Landesausscheidung

23.02.05Schulverbundsiegerin Dorothee Sigmann (2. von rechts) und Christian Bach (4. von rechts) fahren zum Landeswettbewerb Jugend debattiert". ■ Foto: Wiemer

HERRINGEN/PELKUM ■ Frank Hielscher, Trainer bei der Hertie-Stiftung, sparte nicht mit Lob. „Es war eine lebendige, faire und sachorientierte.Debatte." Daher habe man sich die Entscheidung, wer Hamm in der nächsten Runde des Bundes-Wettbewerbs „Jugend debattiert" vertreten wird, nicht leicht gemacht. Am Ende entschied sich die fünfkopfige Jury für Christian Bach (Parkschule) und Dorothee Sigmann (Märkisches Gymnasium), die sich im Finale des Schulverbundes Erwitte-Hamm gegen Rene Neumüller [Parkschule) und Marcel Kurovski (Märkisches Gymnasium) und zuvor gegen zwölf weitere Schüler hatten durchsetzen können. Beide nehmen Anfang März an einem dreitägigen Seminar teil, bei dem sie auf den Landeswettbewerb vorbereitet werden. Das Finale steigt dann am 25. April in Köln. Die Sieger wiederum qualifizieren sich für den Bundeswettbewerb, dessen Finale am 12. Juni in Berlin stattfindet.

Vanessa Johannpeter, ehemalige Schülerin der Parkschule, hatte es vor zwei Jahren bis ins Finale geschafft und dort den dritten Platz belegt. Die drei Schulen des Schulverbundes Erwitte-Hamm -neben den Parkschule und dem MGH gehört auch die Laurentiusschule dazu - haben sich in den vergangenen Wochen intensiv auf das gestrige Finale vorbereitet. Allein an der Parkschule haben mehr als 100 Schüler an den Debatten teilgenommen, wie Schulverbundkoordinatorin Ritter schilderte. „Aber auch für diejenigen, die den Sprung ins Schulverbundfinale nicht geschafft haben, war der Unterricht ein gutes Training." Ein wesentliches Ziel des Wettbewerbs sei es, die Schüler zum kompetenten Mitreden und Mitgestalten in der Demokratie auszubilden. Ähnlich sah es ihre Kollegin Claudia Carbone vom MGH, die hier zusammen mit ihren Kollegen Sebastian Essner und Sabine Becker das Projekt betreut. Hier wurde in drei Klassen der Jahrgangsstufen 9 und 10 debattiert. Die Schüler seien, so die Pädagogin, mit großem Eifer dabei gewesen. „Ich denke, dass viele jetzt besser zuhören können." Nachdem in der Vorrunde über die Themen „Rauchverbot an Schulen" sowie „Benimmunterricht an Schulen" debattiert wurde, ging es im Finale um die Frage, ob kommerzielle Werbung an Schulen erlaubt werden soll. Während die Befürworter den finanziellen Nutzen herausstellten und auf positive Beispiele aus anderen Ländern verwiesen, warnten die Kritiker unter anderem vor einem Missbrauch von Schülern. Bewertet wurden am Ende ihre Gesprächsfähigkeit, ihre Sachkenntnisse, ihr Ausdrucksvermögen sowie ihre Überzeugungskraft. ■ stg

WA vom 23.02.2005