Land stellt sich quer

Für einen Ganztagsbetrieb am Märkischen Gymnasium gibt's vorerst kein Geld Stadt und Schule schielen auf andere Programme - Konzept wird erstellt

HERRINGEN/PELKUM ■ Die Stadt Hamm und das Märkische Gymnasium wollen die Einrichtung eines Ganztagsgymnasiums im Hammer Westen vorantreiben. Dies bekräftigten Vertreter der Stadt - unter ihnen, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, die Landtagskandidaten Dr. Georg Scholz und Oskar Burkert sowie Willi Sosna als Vorsitzender des Schulausschusses - und Schulleiter Dr. Hanns-Michael Sennewald im Rahmen eines Gesprächs mit Vertretern der Bezirksregierung. Allerdings verdeutlichte Christian Salomon, Leitender Regierungsschuldirektor, dass die Umsetzung eines Ganztagsbetriebs am Märkischen Gymnasium auf Grund der fehlenden Rahmenbedingungen zurzeit nicht möglich sei. Dazu fehle dem Land das Geld, meinte er.

Ein möglicher Antrag auf Einrichtung eines Ganztagsgymnasiums habe zurzeit keine Aussicht auf Bewilligung. Doch dadurch wollen sich Stadt und Schule nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil: Man werde trotzdem einen solchen Antrag,stellen, kündigte Kämmerer Jörg Hegemann gegenüber unserer Zeitung an. Dies auch aus gutem Grund. Gerade in der Schulpolitik des Landes habe sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Man wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. „Sollte sich in der Schulpolitik etwas ändern und ein Ganztagsbetrieb wieder gefördert werden, wäre es sinnvoll, wenn dem Land unser Antrag bereits vorliegt", sagte er. Parallel dazu werden sich Stadt und Schule darum bemühen, das MGH mit Hilfe anderer Programme an einen Ganztagsbetrieb heranzuführen. Wie Hegemann sagte, müsse von der Schule zunächst ein entsprechendes Konzept erarbeitet werden. „Das hat man uns auch zugesagt." In Abstimmung mit der Bezirksregierung wolle man dann versuchen, an verschiedene Geldtöpfe zu kommen. Förderung von Hochbegabten Zunächst ist an eine Ausweitung des Förderprogramms 13plus gedacht. Wie Hegemann sagte, gebe es für eine weitere Gruppe zusätzliches Geld. Möglicherweise werde man diese Maßnahme schon zum kommenden Schuljahr umsetzen können. Anders verhält es sich bei der Integrationsstelle sowie bei der Förderung von hochbegabten beziehungsweise leistungsstarken Schülern. Diese Projekte seien, so Hegemann, mit mehr Personal verbunden. So habe das Land signalisiert, 1000 Lehrerstellen für die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund zu schaffen. Auch das Märkische Gymnasium wolle davon profitieren. „Sollte die Schule bei allen drei Programmen zum Zuge kommen, wäre sie formell zwar immer noch keine Ganztagsschule", stellte Roland Böhs, Leiter des Schulamtes, klar. Sie sei dann aber auf dem richtigen Weg und mehr als nur ein Halbtagsgymnasium. Spätestens wenn das MGH in den Genuss eines offiziellen Ganztagsbetriebs kommt, müssen auch einige bauliche Veränderungen vorgenommen werden, insbesondere im Bereich der Versorgung. Hier kündigte Hegemann städtische Unterstützung an. Man werde kurzfristig reagieren und in Abstimmung mit der Politik die Prioritätenliste für Schulbauprojekte überdenken müssen. ■ stg

WA vom 13.04.2005