Schule auf Prüfstand

Das Märkische Gymnasium nimmt an der Pilotphase „Schulinspektion" teil. Inspektoren werten das Schulprogramm aus und besuchen den Unterricht

HERRINGEN/PELKUM ■ Als eine von 50 Schulen im gesamten Land beteiligt sich das Märkische Gymnasium an der Pilotphase „Schulinspektion NRW". Diese möchte die neue Landesregierung in Düsseldorf voraussichtlich ab 2007 an fünf Schulformen flächendeckend einführen und zu einer Dauereinrichtung machen. „Ziel der Schulinspektion ist es, die Arbeit an den Schulen zu optimieren", erklärte Haymo Amonat, der derzeit als einer von fünf Schulinspektoren für die Bezirksregierung Arnsberg unterwegs ist. Hier sowie in den anderen Regierungsbezirken Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster besuchen die 25 Inspektoren jeweils zwei Schulen einer Schulform (Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium). Und so sind es insgesamt 50 Bildungsanstalten, die sich an der Pilotphase beteiligen. Neben dem MGH, das sich freiwillig gemeldet hat, sitzt als weitere Hammer Schule die Sophie-Scholl-Gesamtschule mit im Boot und erhält ebenfalls Besuch von den Inspektoren, die alle aus Reihen der Schulaufsicht stammen.

Diese wollen mit Hilfe der Pilotphase vor allem geeignete Verfahren und Instrumente testen. Die Erfahrungen dieser ersten Phase sollen dann in weitere Erprobungen fließen. „Dabei sind uns natürlich auch die Rückmeldungen aus den Schulen sehr wichtig", so Michael Semmler, der mit seinem Kollegen Amonat für zwei Tage im Märkischen Gymnasium weilte. Arbeit der Schulen im Land soll optimiert werden Vor seinem Besuch in der Stadtteilschule für den Hammer Westen hatte das Inspektionsteam die Schulleitung, Lehrer sowie die Eltern- und Schülervertreter ausführlich über Ziele, Inhalte und Verfahren der Inspektion informiert. Amonat: „Danach hat uns die Schule einige Daten, Informationen und Dokumente sowie Unterlagen zu ihren Konzepten und Arbeitsschwerpunkten in einem so genannten Schulportfolio zur Verfügung gestellt." Dazu gehörten unter anderem das Schulprogramm, die technische Ausstattung, die Zahl der Internetanschlüsse, die Organisation der Schule, Schülerfehlstunden, Unterrichtsausfälle sowie die Zahl der Abiturienten und der Schüler, die das Klassenziel nicht erreicht haben. In einem nächsten Schritt wurden die Unterlagen im Hinblick auf eine erste vorläufige Einschätzung der Schulqualität sowie für die Vorbereitung des zweitägigen Schulbesuchs ausgewertet. Dieser fand gestern seinen Abschluss. Unter anderem habe man, so Amonat, 14 Schulstunden in den Jahrgangsstufen 5 bis 13 besucht und für jeweils 20 Minuten den Unterricht verfolgt. Dessen Form, das selbstständige Lernen sowie den Umgang mit Störern habe man während der Hospitation unter die Lupe genommen. „Auch der Schulleitung war nicht bekannt, welche Klassen und Kurse wir uns ausgesucht hatten", so Amonat, der verdeutlichte, dass es bei dem Unterrichtsbesuch nicht um die Bewertung einzelner Lehrer ging. Ein weiterer Bestandteil der Inspektion waren ausführliche Einzelgespräche mit denen, die am Schulleben beteiligt sind: Schulleitung, Lehrer sowie Eltern- und Schülervertreter. „Dies war für uns sehr interessant, da es ja doch verschiedene Sichtweisen gibt", schilderte Semmler. Er und sein Kollege nahmen schließlich noch an einem Schulrundgang teil, um sich zum Beispiel über Raumressourcen, den baulichen Zustand, die Pflege, die Fachräume sowie die Widerspiegelung der pädagogischen Prioritäten zu informieren. Amonat: „Beim Märkischen Gymnasium war es unter anderem das Selbstlernzentrum, das ein wichtiger Bestandteil des Schulprogramms ist." Nach Beendigung des Besuchs werden die Vertreter der Schulaufsicht ihren Bericht auswerten und auf Grundlage eines im Vorfeld festgelegten Kriterienkatalogs den Stand der Schul- und Unterrichtsentwicklung am MGH beschreiben. Semmler: „Wir denken, dass der Abschlussbericht im Herbst vorliegt." Neben der Schule werde man auch der Schulaufsicht sowie dem Landesinstitut für Schule/Qualitätsagentur jeweils ein Exemplar zukommen lassen. Da die Inspektoren nicht weisungsbefugt sind, wird es Aufgabe der Schule sein, Konsequenzen aus dem Bericht zu ziehen und Prioritäten für die Weiterentwicklung vorzusehen. Amonat: „Die festgelegten Maßnahmen werden mit der Schulaufsicht abgestimmt." ■ stg

WA vom 21.09.2005