Rhetorisch geübt

Schüler des Märkischen, der Parkschule und aus Erwitte maßen sich Die Finalisten dürfen zum Landeswettbewerb „Jugend debattiert"

24.02.06Acht Schüler des Märkischen Gymnasiums setzten sich durch, vier dürfen zur Landesqualifikation von „Jugend debattiert nach Dortmund. Dafür gab's gestern Rosen und Urkunden. ■ Foto: pr

HAMM-WESTEN ■ Sachlich sitzen sie einander in der Aula des Märkischen Gymnasiums gegenüber, messen ihre Gegner mit Blicken und versuchen, sie mit Sachkunde und geschickten Fragen rhetorisch zu überwinden. Jana Blobel und Hendrik Boriesosdiek, Marc Bienias und Nicole Onyskiewicz bilden jeweils ein Duo und erörtern mit- und gegeneinander das Pro und Contra von Drogentests an Schulen. Die Unterrichtseinheit wurde verfolgt von Klassenkameraden, die ihren Freunden die Daumen drückten: Die vier waren Finalisten des Schulverbundwettbewerbs „Jugend debattiert".

16 Schüler des Märkischen Gymnasiums, der Parkschule sowie der Laurentius-Hauptschule Erwitte maßen ihre Diskutierkünste. Die Nase vorn hatte schließlich Hendrik Boriesosdiek, er wurde Sieger. Auf Platz zwei kam Marc Bienias, Jana Blobel und Nicole Onyskiewicz wurden Dritte und Vierte. Sie hatten nach der Eröffnungsrunde auch die Finaldebatte am besten hinter sich gebracht, wie die Jury lobte. Sie bestand aus Oberstufen-Schülern, Anja Weber, Schulverbundskoordinatorin für „Jugend debattiert" und Lehrerin an der Parkschule, sowie Karin Adamczewski von der Laurentiusschule. Die Oberstufe des Märkischen hatte die Sieger für die Kategorie Sekundarstufe II vorher intern gekürt: Katharina Detering, Alexander Bienias, Matthias Kerth und Lars Büttner heißen die Gewinner. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten fahren am 28./29. März zur Landesqualifikation nach Dortmund. „Dieses Mal kommen alle Sieger vom Gymnasium - das ist das erste Mal der Fall", sagte Weber. Sonst war das Siegerfeld bunt gemischt gewesen. Die Schulverbunds-Ausscheidung hatte zum vierten Mal in dieser Form stattgefunden. In den Eröffnungsrunden hatten die Schüler die Themen „Ausbildungsplatzabgabe" und „kommerzielle Werbung an Schulen" erörtert und gezeigt, dass sie nicht nur über Sachfragen Bescheid wussten, sondern auch gelernt haben, wie man geschickt Fragen stellt, das Gegenüber herausfordert und Beispiele bringt, ohne die eigene Position zu schwächen. „Es geht bei dem Wettbewerb darum, die rhetorischen Prinzipien aus der Antike wachzurufen und einzuüben", sagte Sebastian Essner, Deutschlehrer am Märkischen. Die Vorbereitung der Schüler hatte im Januar begonnen. Laut den Regeln von „Jugend debattiert" bereiten sich die Teilnehmer in einem acht- bis zehnstündigen Unterrichtsprojekt vor. Der Aufbau ist von der Stiftung vorgegeben. Zehn Tage vor dem Wettbewerb bekommen die Schüler ihre jeweiligen Themen zugeschickt. Sie bereiten sie selbstständig vor, sammeln Informationen und erarbeiten das Für und Wider. Die besten rücken eine Ebene weiter vor. Der jeweilige Schulverbund, in dem bis zu vier Einrichtungen zusammengeschlossen sind, ist die niedrigste, darauf folgen Landes- und Bundeswettbewerb. „Die Sieger reisen zu einem dreitägigen Koordinationstraining", erklärte Weber. Dort feilen die Schüler an ihren Fähigkeiten - bis zur nächsten Runde. ■ ski

WA vom 24.02.2006