Messerscharf nachgefragt

Hammer „Jugend debattiert" beim Wettbewerb lebhaft und auf hohem Niveau
Die Sieger: Isabel Brüggemann, Kevin Köchling, Jana Blobel und Marc Bienias

14.02.07Kevin Köchling belegte beim Wettbewerb „Jugend debattiert" im Hammer Schulverbund den zweiten Platz der Sekundarstufe I. Larissa Bittmann wurde Vierte. ■ Foto: Rother

PELKUM/HERRINGEN - Als sehr lebhafter Gesprächspartner mit ausdrucksstarker Gestik fiel er der dreiköpfigen Jury und den rund 300 Zuschauern in der Aula der Friedrich-Ebert-Realschule ins Auge. Mit dem zweiten Platz wurde Kevin Köchling, Zehntklässler der Parkschule, neben Siegerin Isabel Brüggemann (Märkische Gymnasium Hamm/MGH) für seine Leistungen beim „Jugend debattiert"-Finale der Sekundarstufe I des Hammer Schulverbundes belohnt. „Dieser Erfolg ist um so schöner, als dass sich Kevin schon im vergangenen Jahr für den Schulverbund qualifiziert hatte, wegen einer Grippe aber nicht antreten konnte", freute sich seine Lehrerin und Jurorin Anja Weber. „Sollen Models ein vorgeschriebenes Mindestgewicht nachweisen müssen?", lautete die aktuelle Streitfrage, der sich neben den Siegern die Zehntklässlerinnen Carola Gründemann und Larissa Bittmann, beide vom MGH, stellen mussten.

„Eine tolle Sache", urteilte Schuldezernent Jörg Hegemann. „Besonders hat mich überrascht, dass zwei Schulformen zusammen antreten. Bei der Argumentationstechnik in der Debatte hat man aber kaum Unterschiede bemerkt." In der regelgeleiteten Debatte galt es, sowohl Sachkenntnis zu beweisen als auch in Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit sowie Überzeugungskraft zu punkten. Die Siegerin Isabel Brüggemann bestach dabei durch ihre gute Vorbereitung und ihre Fähigkeit, schnell und sehr präzise auf Argumente eingehen zu können. Den gleichen Herausforderungen stellten sich die vier Debattanten des MGH der Sekundarstufe II zum Thema „Soll in Schulen uniformiertes Sicherheitspersonal zur Aufsicht eingesetzt werden?" Eine gute und lebhafte Debatte auf sehr hohem Niveau, in der Jana Blobel die Jury überzeugte. „Sie hat messerscharf nachgefragt und die Gegenseite damit ins Schwitzen gebracht. Und das mit beeindruckender Souveränität und Geschwindigkeit", begründete Juror Sebastian Essner das Urteil.
Als Zweitplatzierter setzte sich Marc Bienias gegen Hendrik Boriesosdiek und Marcel Kurovski durch - Bienias hatte im Vorjahr im Landeswettbewerb den dritten Platz belegt und damit knapp die Qualifikation für Berlin verpasst.
150 Schüler bereiteten sich, intensiv auf Wettbewerb vor
Fahrkarten für die nächste Runde des Bundeswettbewerbs „Jugend debattiert" -die Qualifikationsrunde für das Landesfinale am 21./22. März in Dortmund - sowie Plätze bei einem dreitägigen Rhetorikseminar in Bielefeld ergatterten sich die Sieger. NRWs beste Debattanten werden am 23. März im Düsseldorfer Landtag ermittelt. Diese qualifizieren sich für das Bundesfinale, das am 17. Juni in Berlin stattfindet.
Rund 150 Schüler hatten sich in den vergangenen Wochen am MGH und an der Parkschule intensiv auf das Schulverbundfinale vorbereitet. „Die Rückmeldung der Kollegen ist sehr positiv", weiß Claudia Carbone, Schulverbundskoordinatorin und Lehrerin des MGH zu berichten. „Gerade die Deutschlehrer freuen sich, wie sehr sich das Kommunikationsverhalten und die Streitkultur der Schüler im Unterricht verändert hat." Auch Hegemann und Willi Sosna, Schulausschussvorsitzender, sind sich einig, dass die Methode „Debatte" verstärkt in den Unterricht einfließen sollte - etwa im Geschichts- und Deutschunterricht. „Es ist für die Heranwachsenden wichtig zu lernen, mit brisanten Themen umzugehen und unterschiedliche Meinungen zu respektieren", unterstrich Sosna. „Es ist schade, dass sich in Hamm nur zwei Schulen an dem Wettbewerb beteiligen", bemerkte Hegemann. Dieser Meinung ist auch Claudia Carbone, die für den Schulverbund noch interessierte Schulen sucht. ■ sud
Das Projekt
Der Bundeswettbewerb „Jugend debattiert" bestaht seit 2002 - organisiert von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Mit dabei: Mehr als 60000 Schüler der Klassenstufen 8 bis 13 in mehr als 500 Schulen. Seit Beginn beteiligt sich die Parkschule, seit dem Schuljahr 2003/04 das Märkische Gymnasium, die zusammen den Schulverbund Hamm bilden. Der Wettbewerb erfolgt auf vier Ebenen: Klasse, Schulverbund, Land und Bund. Debattiert wird jeweils zu viert über aktuelle Streitfragen. 

WA vom 14.02.2007