Individuelle Förderung

Das Märkische Gymnasium weitet seine Angebote aus „Schwächere und leistungsstarke Schüler profitieren davon"

11.10.07Einige Schüler haben Probleme mit dem Lernen. Unter anderem, hier setzt die Individualförderung des Märkischen Gymnasiums an. • Foto: dpa

HAMM-WESTEN ■ Den Schwachen unter die Arme greifen und die Starken fördern: Schon seit Jahren wird am Märkischen Gymnasium die so genannte Individualförderung praktiziert. Mit der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes im Jahre 2005 durch die alte Landesregierung habe man diese in den vergangenen Monaten weiter ausgebaut und mit Beginn dieses Schuljahres neue Angebote installiert, schildert Schulleiter Dr. Hanns-Michael Sennewald. Diese zögen sich rauf bis in die Oberstufe. Schüler helfen Schülern: Was vor vier Jahren in den Jahrgangsstufen 5 und 6 begann, wurde mittlerweile auch auf die Klassen 7 bis 10 ausgedehnt. Vier Mal in der Woche erteilt eine Gruppe von rund 15 Schülern Nachhilfeunterricht für diejenigen, die in dem einen oder anderen Fach eine Schwäche aufzuweisen haben. „Durchschnittlich 50 Schüler nehmen dieses Angebot wahr. Im Laufe eines Schuljahres können es bis zu 80 werden", sagt Annette Tillmanns, die zusammen mit ihren Kollegen Björn Sprenger und Stephanie Sander das Angebot organisiert.

Finanziell unterstützt wird es von einem eigens dafür gegründeten Förderverein, der auch eine Bürokraft zur Verfügung stellt. Wie Sennewald betont, brächte das Projekt nicht nur den Schülern etwas, die hinterherhinken. „Auch die leistungsstarken Schüler, die den schwächeren helfen, profitieren davon." Sie könnten auf diese Weise ihr eigenes Wissen erweitern und ihre Persönlichkeit stärken. Betreuungs-AG: Von den Schülern der Klassen 7 bis 10, die im vorigen Schuljahr das Klassenziel nicht erreicht haben, drehen acht ihre „Ehrenrunde" auf dem Märkischen Gymnasium. Sie sowie diejenigen, bei denen in diesem Jahr das Klassenziel in Gefahr geraten könnte, erhalten seit Beginn dieses Schuljahres in der Betreuungs-AG eine Individualförderung. Sennewald: „Oft ist es so, dass sie Probleme mit dem Lernen haben." Schwerpunkt der Arbeit sei es daher, diesen Schülern Selbstdisziplin sowie Lernorganisation und -technik zu vermitteln. „Weiterhin möchten wir, dass sich die Schüler uns gegenüber öffnen. Schwierigkeiten in der Schule können nämlich auch durch zum Beispiel familiäre Probleme hervorgerufen werden", so Annette Tillmanns. All dies fände natürlich in Abstimmung mit dem jeweiligen Klassenlehrer statt. „Die AG trifft sich alle 14 Tagen. Zudem werden wöchentlich die Hausaufgaben kontrolliert." Ziel sei es, die Zahl der Sitzenbleiber weiter zu senken. B-Klasse: Obwohl an den Gymnasien mittlerweile das Abitur nach der 12. Klasse eingeführt wurde, gibt es am MGH seit dem vorigen Schuljahr die so genannte B-Klasse. „Das ist unsere ehemalige Profilklasse", erklärt Sennewald. In Abstimmung mit den Grundschulen und den Elternhäusern werden in ihr die Schüler zusammengefasst, die schneller und leichter lernen. „Insbesondere im naturwissenschaftlichen sowie im sprachlichen Bereich lernen sie in dieser Klasse über den Standard hinaus", sagt Sennewald. Jury prämiert Facharbeit der Jahrgangsstufe 12
Ergänzungsstunden: In den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik - in der Regel werden sie an vier Stunden in der Woche unterrichtet - gibt es in einigen Jahrgangsstufen Ergänzungsstunden. Auch dies sei, so Sennewald, auf das Schulgesetz zurückzuführen. Jahrgangsstufenübergreifend gebe es in den drei Fächern eine zusätzliche Stunde. „Je nach Leistungsstand werden die Schüler unterschiedlichen Gruppen zugeteilt." In ihnen werde dann zum Beispiel an der Rechtschreibung, am Ausdruck oder an der Interpretation von Texten gearbeitet. Individuelle Förderung: Schüler der Klassen 7 und 9 haben die Möglichkeit, eine dritte Fremdsprache - meist Französisch oder Latein - zu lernen. Annette Tillmanns: „Das kommt zum Beispiel dann in Frage, wenn ein regulärer Kursus mangels Anmeldungen nicht, zustande kommt oder der betreffende Schüler von einer anderen Schule zu uns gestoßen ist." Er habe dann die Möglichkeit, über die Lernhilfe, eine Lerngruppe und Einzelunterricht die Sprache zu lernen. „Das Angebot umfasst vier Wochenstunden." Wettbewerb: Erstmalig werden in diesem Schuljahr die Fach- und die Projektarbeiten der Schüler der Jahrgangsstufe 12 prämiert. Auf diese Weise wolle man, so Sennewald, herausragende Leistungen fördern. Bewertet werden die Arbeiten von einer Jury. „Die neue Projektarbeit befasst sich übrigens mit dem Klimawandel", so der Schulleiter. Jede Gruppe habe eine Woche Zeit, etwas zu diesem Thema auszuarbeiten und anschließend zu präsentieren. ■ stg 

WA vom 11.10.2007