„Gewalt ist keine Lösung"

Märkisches Gymnasium macht mit Präventions-AG gute Erfahrungen
Wie reagiere ich auf Beleidigungen? - Teilnehmer sehen sich auch als Multiplikatoren

12.03.08Sehen sich auch als Multiplikatoren: Die Teilnehmer der AG „Gewaltprävention" am MGH. ■ Foto: Wiemer

HAMM-WESTEN ■ Die neun Schüler der Oberstufe des Märkischen Gymnasiums sind begeistert. Und auch ihr Lehrer Dr. Hans-Jürgen Zacher ist mit der freiwilligen Arbeitsgemeinschaft (AG) "Gewaltprävention" sehr zufrieden. Seit Anfang dieses Schuljahres treffen sich die Jugendlichen regelmäßig mit ihrem Lehrer, um über das Thema zu sprechen und Lösungen für ein gewaltfreies Zusammenleben zu finden. „Die Idee dazu hatte ich bereits während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, als es im Finale zum berühmten Kopfstoß von Zinedine Zidane kam", erinnert sich Zacher. Er habe sich damals gefragt, warum der Fußballer so reagiert hat. Auslöser für den Kopfstoß soll eine Beleidigung des italienischen Gegenspielers von Zidane gewesen sein. „Doch Gewalt ist keine Lösung", sind sich Zacher und seine Schüler, die alle einen Migrationshintergrund haben, einig. Und das ließe sich auch auf den Alltag der Jugendlichen übertragen.

"Auch Schüler werden immer wieder von Mitschülern beleidigt. Oft fliegen danach die Fäuste", schildern sie ihre Eindrücke. Doch dies sei der falsche Weg. Daher werde in der AG zum Beispiel überlegt, wie man auf Beleidigungen zu reagieren hat. Wichtig dabei sei die Biographie eines jeden einzelnen, so Zacher, der in den Oberstufenschülern auch wichtige Multiplikatoren sieht. Eine ihrer Aufgaben ist es nämlich, mit Freunden und Bekannten über ihre Erfahrungen in der AG zu reden, die Ergebnisse zu transportieren und sie im Umgang mit anderen zu sensibilisieren. „Dabei verstehen wir uns allerdings nicht als Streitschlichter. Im Mittelpunkt soll vielmehr die Prävention stehen", stellten sie klar. Das sieht auch Zacher so, dem darüber hinaus auch eine Wertevermittlung wichtig ist. "Und das Vertrauen." Das dies der Fall ist, wurde von der Teilnehmern der AG bestätigt. Das macht Zacher besonders stolz. „Denn das Vertrauen ist die Grundlage für unsere Arbeit." ■ stg 

WA vom 12.03.2008