Luxus oder Liebe

Das Märkische Gymnasium zeigt „Wie angelt man sich einen Millionär?" Der Literaturkursus macht aus dem Filmklassiker ein Theaterstück

18.03.08Vollendete Etiquette: Im Stil der 50er Jahre inszenierte der Literaturkursus des Märkischen Gymnasiums Jean Negulescos Filmklassiker "Wie angelt man sich einen Millionär" im Wintertheater der Waldbühne. ■ Foto: Zimmermann

HAMM-WESTEN ■ Sie sind jung, sie sind schön und auf der Suche nach der großen und reichen Liebe! Die Rede ist von drei Damen Chicky, Pola und Tütü, charmant aber pleite, die sich im New York einen heiratswilligen Millionär erhoffen. Auf die Bühne gebracht wurde die Version des Filmklassikers "Wie angelt man sich einen Millionär?" von Alexandra Trojahns Literaturkursus der Stufe 12 des Märkischen Gymnasiums. Dazu hatten sich rund 200 Besucher im Wintertheater der Waldbühne Heessen eingefunden. Mit dem Öffnen des Vorhangs wurden die Zuschauer in die 1950er Jahre zurückversetzt. Die Szenen spielten in einem Luxus-Appartement, das potenziellen Heiratskandidaten ein passendes Ambiente bieten sollte. Aber die Liebe nahm ihre Umwege. Und bis zum Weg vor den Traualtar galt es für Chicky (Jacqueline Hase), Pola (Matthias Betke) und Tütü (Lilli Gleske), viele Hürden zu meistern. So wurden die Möbel zur Finanzierung der Blei¬be verpfändet und Erfahrungen mit reichen, aber bereits verheirateten oder zu alten Herren gemacht. Schließlich folgte die Einsicht, dass Liebe wichtiger ist als Reichtum. Und so heirateten Pola und Tütü mittellose, aber herzensgute Männer.

Dieses überzeugte auch Chicky, die ihrem vermeintlich armen Verehrer das Ja-Wort gab und dann erfuhr, dass er Millionär war. Neben dem perfekt kokettierenden Augenaufschlag, dem sicheren Laufen auf hohen Absätzen, den überragenden Darstellern und der Originalmusik aus der damaligen Zeit machten vor allem die liebevollen Details den besonderen Charme des Stü¬ckes aus. Besonders zu erwähnen sind das sorgsam gestaltete Bühnenbild und die von Hand gefertigten Kleider der Darsteller. Für ihre Darbietungen wurden die Akteure auf und hinter der Bühne mit minutenlangen Ovationen und Lobworten eines stolzen Schulleiters belohnt. Zeitreise in die 50er Jahre Von den 23 Schülern des Kurses standen zehn auf der Bühne, die anderen gestalteten Kostüme und Bühnenbild und sorgten während der Vorführung für einen schnellen und reibungslosen Ablauf. Und so konnte auch das Publikum das bestätigen, was Trojahn bereits in ihrer Begrüßungsrede betonte hatte: Die Schüler würden Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die 1950er Jahre nehmen und deren besonderes Flair mit "Mut, Engagement, einem Blick fürs Detail und Können" ein wenig lebendig machen. Ein großer Dank galt neben den vielen Helfern der Kursleiterin, Schüler Theo Krukenbaum, welcher sich fleißig als Regisseur und auch als Darsteller engagierte sowie Matthias Betke, der vor gut neun Monaten in seiner Freizeit den Filmklassiker in ein Theaterstück verwandelt und so die Grundlage geschaffen hatte. Als die Schüler von dem Drehbuch erfuhren, entschieden sie sich schnell für dessen Umsetzung. Dadurch wuchs ein Team zusammen, das vielleicht nicht weiß, wie man sich einen Millionär angelt, aber gewiss, wie man ein Publikum verzaubert. ■ rei 

WA vom 18.03.2008