Fit für den Ganztag

Am Märkischen Gymnasium beginnt im August 2009 eine neue Ära
Neue Fünftklässler werden an drei Tagen bis mindestens 15 Uhr betreut

HAMM-WESTEN ■ 2004 wurden die ersten Überlegungen angestellt, ein Jahr später bereits ein Antrag gestellt. Daher freute es Dr. Hanns-Michael Sennewald, Leiter des Märkischen Gymnasiums, umso mehr, dass es endlich geklappt hat: Dank der Ganztagsoffensive der Landesregierung kann seine Schule mit Beginn des Schuljahres 2009/10 - mit dem neuen 5. Schuljahr startend - in eine gebundene Ganztagsschule umgewandelt werden. Als zweites Hammer Gymnasium wird dann ein Jahr später das Galilei-Gymnasium an den Start gehen.
Wie Sennewald sagte, habe es auch am Märkischen anfangs Widerstände gegen einen gebundenen Ganztagsbetrieb gegeben. Diese seien dann aber schnell ausgeräumt worden. Am Ende habe die Schulkonferenz mit 20:0 Stimmen für die Umwandlung gestimmt, so der Leiter der Schule, die bereits ein Konzept vorgelegt hat. Dieses sieht vor, dass die neuen Fünftklässler an drei Tagen in der Woche (montags, mittwochs und donnerstags) nicht bis 13.15 Uhr, sondern verpflichtend bis 15 Uhr und auf Wunsch sogar bis 16 Uhr in der Schule bleiben. „Natürlich wird es eine lange Mittagspause geben", so der Schulleiter. Mit Erreichen der 6. Klasse sei dann ein Verbleib in der Schule bis 16 Uhr verbindlich für alle Schüler dieses Jahrgangs. Angestrebt werde auch die Einführung von mehr Doppelstunden. Dadurch sei ein besseres Lernen möglich.

Bauliche Veränderungen erst nach zwei Jahren Der Schulleiter verwies darauf, dass sich an der Zahl der Unterrichtsstunden nichts ändern werde. Vielmehr wolle man die Zeit am Nachmittag vor allem für eine Hausaufgabenbetreuung, vertiefende Übungen sowie für eine individuelle Förderung aller Schüler nutzen. „Dies bedeutet, dass sie einen Großteil der nach Unterrichtsschluss anfallenden Arbeiten nicht zu Hause, sondern in der Schule erledigen." Bei Fragen stünden ihnen Lehrer zur Seite. Aufgaben wie das Lernen von Vokabeln müssten allerdings schon noch im Elternhaus gemacht werden, so Sennewald, der betonte, dass dank verschiedener Förderangebote Schüler der Unterstufe bereits jetzt an einigen Nachmittagen in der Schule sind. „Allerdings auf freiwilliger Basis." Zumindest in den ersten zwei Jahren bringt die Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule für das Märkische keine baulichen Veränderungen mit sich. Schule und Verwaltung sind der Auffassung, dass im vorhandenen Raumprogramm (Cafeteria, Klassenräume) die Basisversorgung für Verpflegung und Aufenthalt/Betreuung zur Verfügung gestellt werden kann. Allerdings müssen die Räume im dritten Obergeschoss des Anbaus, die von der Friedrich-Ebert-Realschule genutzt werden, sukzessive freigezogen werden. Mit weiteren Jahrgängen im gebundenen Ganztag wird dies dann aber nicht mehr ausreichen. Daher werde die Verwaltung, so Dezernent Jörg Hegemann, in Abstimmung mit dem MGH ein Raumkonzept erarbeiten. Wie dieses aussehen wird, konnte er aber noch nicht sagen. Hegemann bewertete die Einführung des gebundenen Ganztagsbetriebs am Märkischen und am Galilei als „große Chance". Dadurch sei eine bessere Förderung von Kindern aus bildungsfernen Familien sowie von Kindern mit Migrationshintergrund möglich. Aber nicht nur sie profitierten davon, wie Sennewald und sein Kollege Paul Brocker ergänzten. Auch leistungsstarke Schüler könnten noch mehr als bisher gefördert werden. In diesem Zusammenhang verwies Hegemann darauf, dass die Stadt in erreichbarer Nähe von Ganztagsgymnasien auch Schulen in Halbtagsform vorhalten müsse. Mit den Gymnasien Hammonense und Beisenkamp sei diese Voraussetzung erfüllt. ■ stg 

WA vom 14.11.2008