Schule mit Gütesiegel

Land lobt "individuelle Förderung" am Märkischen Gymnasium

42 Auszeichnungen im Land - Bewerbung mit zahlreichen Angeboten

12.09.08Nahmen das Gütesiegel entgegen: Schulleiter Dr. Hanns-Michael Sennewald (rechts) und Anna Wiegers (2. von links). Mit ihnen freuen sich Regine Gerdon (Unfallkasse NRW, links) und Dr. Ulrich Heinemann (Ministerium für Schule und Weiterbildung).

Hamm-Westen ■ Die Freude war groß, als die Nachricht aus dem NRW-Schulministerium das Märkische Gymnasium erreichte: Als eine von 42 Schulen wurde dieStadtteilschule für den Hammer Westen mit dem "Gütesiegel Individuelle Förderung" ausgezeichnet. "Für uns ist dies eine zusätzliche Motivation, dem bislang eingeschlagenen Weg fortzusetzen", freute sich Schulleiter Dr. Hanns-Michael Sennewald, der zusammen mit seinen Kolleginnen Anna Wiegers und Alexandra Trojahn nach Düsseldorf gefahren war, um das Gütesiegel in Empfang zu nehmen. Vorausgegangen war eine umfangreiche Bewerbung, in der die Schule ihre verschiedenen Förderangebote dargelegt hatte. "Ihr bedanke ich mich vor allem bei Anna Wiegers, die maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt war", so der Schulleiter, der dann am 26. August eine Jury des Schulministeriums im MGH begrüßen konnte.

Während einer dreistündigen Befragung sei dann noch einmal über die individuelle Förderung gesprochen worden. Zwölf lehrende und nicht lehrende Vertreter der Schule hätten daran teilgenommen.
Wie Sennewald betonte, sei gerade am Märkischen Gymnasium die individuelle Förderung wichtig. "Im Stadtbezirk Herringen wechselt nur etwa jeder fünfte Schüler aufs Gymnasium." Man müsse daher alle Anstrengungen unternehmen, diese Übergangsquote zu verbessern - vor allem mit schulischen Angeboten. Aber nicht nur um Schüler mit unterentwickelten Stärken müsse man sich kümmern. Man müsse auch die Stärken der leistungsstarken Schüler fördern. "Daher betrifft die individuelle Förderung auch alle Schüler."
Das Gütesiegel
Mit dem "Gütesiegel Individuelle Förderung" werden gute Beispiele der individuellen Förderung aus der schulischen Praxis ausgezeichnet. Schulen können damit ihre Anstrengungen in diesem Bereich dokumentieren und so anderen ein Vorbild sein. Die individuelle Förderung ist seit dem Jahre 2006 Schulgesetz verankert. 183 Schulen in Nordrhein-Westfalen tragen mittlerweile das Gütesiegel, darunter aus haben die beiden Gesamtschulen, die Lessing-Grundschule und jetzt auch das Märkische Gymnasium. Die Bewerbung beruht auf freiwilliger Basis.

Dies zeigte der Schulleiter dann auch anhand einiger Beispiele auf. Dazu gehören die Hausaufgabenbetreuung "Schüler helfen Schülern", die Förderung des eigenverantwortlichen und selbst organisierten Lernens (ESSO), Lernhilfen, eine Begabtenförderung und die Förderung von Hochbegabten, der muttersprachliche Unterricht in Türkisch und Polnisch, zusätzliche Angebote aus den Bereichen Sport und Musik sowie die Einzelbetreuung von Schülern, die das Klassenziel nicht erreicht haben oder die von ihren Mitschülern - aus welchem Grund auch immer - gemobbt werden. Eine solche Betreuung gibt es aber auch für die Schüler, die zum Beispiel in der 8. Klasse von einer Realschule aufs Märkische Gymnasium gewechselt sind und denen die zweite Fremdsprache fehlt. Für sie gibt es Lernpaten und spezielle Lehrer, die sich um sie kümmern. So hätten die Möglichkeit, den versäumten Unterrichtsstoff selbstständig nachzuholen, erklärt Sennewald. Dies alles hat die Jury beeindruckt, so dass sie dem MGH das Gütesiegel verlieh. Vor allem die vielen Angebote, das ESSO-Konzept sowie die Einzelförderung seien positiv bewertet worden, freute sich der Schulleiter. Das Gütesiegel sei aber kein Grund, sich jetzt auszuruhen. Es sei nur ein Zertifikat für drei Jahre. "Danach muss erneuert werden." ■ stg 

WA vom 12.09.08