Hammer Premiere

Austauschschüler des „Märkischen" sehen zum ersten Mal Schnee

Die 16- bis 18-Jährigen aus Brasilien und Mexiko fühlen sich hier sehr wohl

22.12.08Fühlen sich im Schatten des Elefanten pudelwohl: Die Austauschschüler Hamilton da Silva (links), Nazarely Sibaja Arias (2. von links) und Fernando Gonzalez Garcia (rechts). Betreut werden zwei von ihnen durch Birgit Stephan, Lehrerin am Märkischen Gymnasium. ■ Foto: Mroß

HAMM-WESTEN ■ Eigentlich sind sie an sommerliche Temperaturen gewöhnt. Und als Ende November der Winter seine Vorboten auch nach Hamm schickte, staunten Hamilton da Silva, Fernando Gonzalez Garcia und Nazarely Sibaja Arias nicht schlecht: Für die drei Austauschschüler des Märkischen Gymnasiums war es das erste Mal, dass sie so etwas wie Schnee gesehen haben. Vor allem die junge Mexikanerin aus Hamms Partnerstadt Mazatlän war begeistert. Ihr gefalle die Kälte sogar gut. „Denn in meiner Heimat ist es mir oft zu heiß", schmunzelt Nazarely. Derzeit wohnt die 18-Jährige, die über das Partnerschaftsprogramm in die Lippestadt gekommen ist, bei einer polnischstämmigen Familie in Bockum-Hövel. Auch schon ein paar Brocken Polnisch habe sie dort gelernt, erzählt sie.

Gute Sprachkenntnisse seien ihr hinsichtlich ihres beruflichen Werdegangs wichtig. Daher habe sie sich für den Sprachaufenthalt in Deutschland entschieden, so Nazarely, die später einmal im Marketing-Bereich arbeiten möchte. „Wollen später einen guten Job haben" Noch keine konkreten Berufsvorstellungen hat ihr 16 Jahre alter Landsmann Fernando, der aus Monterrey stammt und der über das Programm „Youth for Understanding" nach Deutschland gekommen ist. Er wohnt bei einer Familie in Pelkum und hat sich hier ebenfalls gut eingelebt - auch wenn er ab und zu noch „ein wenig Heimweh" hat. Aber spätestens auf dem Fußballplatz ist das vergessen. Für eine Jugendmannschaft des TuS Wiescherhöfen geht der Mexikaner seit einigen Wochen auf Torejagd. „Ich spiele im linken Mittelfeld", erzählt er. Gar nichts mit Fußball am Hut hat hingegen der 18 Jahre alte Hamilton - und das, obwohl er aus einem fußballverrückten Land wie Brasilien kommt. Seinen Aufenthalt in Hamm ermöglicht hat der Rotary-Club. Nachdem Hamilton die ersten Monate bei einer Familie auf dem Daberg verbracht hat, wohnt er mittlerweile in Lohauserholz. „Und eine weitere Familie wird noch folgen", so der 18-Jährige, der statt für Fußball für Basketball schwärmt. Neben seiner Zeit am Märkischen Gymnasium nimmt er noch an einem Deutschkursus teil, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Er wolle später in Brasilien einen guten Job haben, begründet auch er seine Entscheidung, in ein fremdes Land zu gehen und eine neue Sprache zu lernen. Bereut hat dies bislang noch keiner der drei Austauschschüler. Ihnen gefällt es gut in Hamm und insbesondere am Märkischen Gymnasium. Lieblingsfächer von Fernando sind Deutsch und Sport. Sport, aber auch Englisch und Spanisch sind die Favoriten von Hamiliton, während Nazarely „eigentlich alles mag". Gespannt sind die drei vor allem auf das Weihnachtsfest, das hier „noch ein wenig festlicher ist" als in ihrer Heimat. ■ stg

WA vom 22.12.2008