Ein Kapitän geht von Bord

Dr. Hanns-Michael Sennewald als Leiter des Märkischen Gymnasiums verabschiedet
Noch in diesem Jahr soll der Baubeschluss für die neue Mensa und das Forum im Schulzentrum fallen

29.01.09Unter anderem einen Stoffelefanten überreichte OB Thomas Hunsteger-Petermann (links) dem in Dortmund lebenden Dr. Hanns-Michael Sennewald zu dessen Abschied vom Märkischen Gymnasium. ■ Foto: Wiemer

HAMM-WESTEN ■ Es war kurz vor halb zwei, als sich die Menschen in der voll besetzten Aula der Friedrich-Ebert-Realschule von ihren Sitzen erhoben. Ihr Applaus galt dem langjährigen Leiter des Märkischen Gymnasiums (MGH), Dr.Hanns-Michael Sennewald, der gestern nach mehr als 14-jähriger Tätigkeit an der Stadtteilschule für den Hammer Westen in den Ruhestand verabschiedet wurde. Versüßt wurde ihm dieser durch die Worte des Dankes und der Anerkennung, die die Redner an den 65-Jährigen richteten. Besonders freute er sich aber über die Ankündigung von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, dass man mit Geldern aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung das Schulzentrum West erweitern werde. Für rund 4,7 Millionen Euro sollen das Märkische Gymnasium, die Friedrich-Ebert-Realschule und das Elisabeth-Lüders-Kolleg eine Mensa und ein Forum bekommen.

Deren Fertigstellung erwartet der OB für Ende 2010. Noch in diesem Jahr wolle man den Baubeschluss fassen, sagte er am Rande der Veranstaltung. Als Schulleiter wird Sennewald die Einweihung zwar nicht mehr miterleben. Er sei aber froh, dass es dem MGH dank der Unterstützung der Stadt gelungen sei, ab dem neuen Schuljahr den gebundenen Ganztagsbetrieb anbieten zu können. Es sei dies die letzte Station für eine optimale Schule und unverzichtbar für das Bestreben im Westen, die Übergangsquote aufs Gymnasium zu erhöhen. Dies hörte der OB gerne, der seinerseits der Schule eine glatte „Eins" für die Zusammenarbeit mit der Stadt gab. Darüber hinaus lobte er die Arbeit am „Märkischen" und das Wirken Sennewalds. Er habe viel für die Schule und die Integration getan. Ähnliche Töne schlug die Leitende Regierungsschuldirektorin Elke Schlecht an, die aus der Personalakte des scheidenden Rektors - dieser stand insgesamt 37 Jahre im Schuldienst -zitierte. Er habe sich gerne neuen Herausforderungen gestellt und viele dienstliche Tätigkeiten auch außerhalb der Schule ausgeübt. Vor allem die Schulentwicklung und die Förderung des Faches Geschichte hätten ihm am Herzen gelegen. Das war auch für Bezirksvorsteher Heinrich Engel das Stichwort. Als kompetenter und umsichtiger Schulleiter habe Sennewald zudem den Belangen des Stadtbezirks Pelkum Rechnung betragen. Für die Schulleiterkollegen der Hammer Gymnasien sprach Dieter Stobbe. Zum einen habe er Sennewald als einen Menschen kennengelernt, der knallhart die Interessen seiner Schule vertreten habe. Andererseits habe er ihn aber auch immer wieder als einen solidarischen Kollegen gesehen: „Vor allem dann, wenn es um Veränderungen und Neuerungen ging." Seinen Wünschen schlossen sich die Lehrervertreter Wolfgang Hagelücke und Winfried Bungter sowie Elternsprecherin Ingeborg Recknagel an. Sie stellte in ihrer Rede Initiativen wie die Begabtenförderung, das soziale Engagement, die Verringerung der Zahl der Wiederholer sowie Sennewalds Bemühungen um die Einführung des Ganztags heraus. Lob gab's auch von den beiden Schülervertretern, Meike Klicks und Fridolin Zinke. Schüler und Lehrer am MGH gingen gut miteinander um. Das sei auch ein Verdienst von Sennewald, der die Anliegen der Schüler stets ernst genommen habe. Als Beispiele nannten sie den neuen SV-Raum, die Wochenendfreizeiten für Klassensprecher und den Sponsorenlauf der SV. „Und wir hoffen, dass dies so bleibt." Der scheidende Schulleiter ließ schließlich seine Zeit am MGH Revue passieren und bedankte sich bei allen, die ihn begleitet hätten: „Auch ein Kapitän ist nur ein Mannschaftsspieler." Er sei stolz darauf, wie sich die Schule in den vergangenen Jahren entwickelt habe und wie sie jetzt dastehe - auch wenn es ihm nicht gelungen sei, das Kollegium mit auf den Weg zu einer Selbstständigen Schule zu nehmen. Umrahmt wurde die Veranstaltung von den Chören des MGH, den Märkisch Brass, der Sportakrobatik AG, von Noel Brefried (Klavier) sowie Gesa Geue (Gesang). ■ stg 

WA vom 29.01.2009