Tortellini und Rohkost

Am Märkischen Gymnasium startet der Ganztagsbetrieb
Mehr als 100 Essen an die Schüler der 5. Klassen ausgeteilt

20.08.09Beim „Probeessen" übten die Fünftklässler des Märkischen Gymnasiums auch das Anstehen. • Foto: Rother

HAMM-WESTEN • Zur Premiere am gestrigen Mittwoch gab‘s Salat, Rohkost, Käsetortellini und Pudding. „Wir achten sehr darauf, dass die Mahlzeiten kindgerecht und wohlschmeckend, gleichzeitig aber auch gesund sind“, sagte Ursula Möhrle. Und dieses Konzept gab der Schulleiterin des Märkischen Gymnasiums sowie ihren Kollegen Björn Sprenger und Klemens Stehr vom Ganztagsteam recht: 110 der 150 Fünftklässler haben sich dazu entschieden, sich in diesem Halbjahr von der Schule verköstigen zu lassen. „Die restlichen Schüler bringen ihr Mittagessen mit. Aber auch hier achten wir auf eine ausgewogene Ernährung“, so Möhrle. Das MGH ist das erste Gymnasium in Hamm, das seit Beginn dieses Schuljahres für alle fünften Klassen einen verbindlichen Ganztagsbetrieb anbietet. An drei Tagen in der Woche (Montag, Mittwoch und Donnerstag) bleiben die Kinder bis mindestens 15 Uhr in der Schule. „Sie haben aber auch die Möglichkeit, die anschließende Lernhilfe zu besuchen“, so die Schulleiterin.

An drei Tagen Unterricht bis mindestens 15 Uhr Geliefert wird das Essen, das immer eine Woche vorher festgelegt wird, von einem Catering-Service, der mit dem Institut für Jugendernährung in Dortmund zusammenarbeitet. Ausgegeben werden die Mahlzeiten künftig vom Team der Caféteria, das zum größten Teil aus ehrenamtlich tätigen Eltern besteht. Beim gestrigen „Probeessen“ wurden den Schülern aber auch noch einige Regeln zum Beispiel hinsichtlich des Anstehens und des Verhaltens am Tisch erläutert. Denn auch dies sei sehr wichtig, so Möhrle. „Dennoch denke ich, dass wir in unserer Caféteria eine familiäre Atmosphäre geschaffen haben.“ Gegessen wird dort klassenweise. „Das heißt auch diejenigen, die kein Essen bestellt haben.“ Dadurch bedingt sei die Caféteria zwischen 11.45 und 13.15 Uhr für die restlichen Klassen geschlossen. Bei der Ausstattung habe man übrigens auf Bewährtes gesetzt. „Das Mobiliar, das nach dem Umbau nicht mehr benötigt wird, haben wir in die Caféteria gebracht und somit Kosten gespart.“ Der Raum sei sowieso nur eine Übergangslösung, spielte die Schulleiterin auf den Bau der Mensa an. In ihr sollen dann spätestens mit Beginn des Schuljahres 2011/12 alle Ganztagsschüler mit Mittagessen versorgt werden. Für die 5. Klassen gibt es aktuell neben der Mittagspause auch Freizeitangebote sowie an das Schulprogramm angelehnte Arbeitsgemeinschaften mit den Schwerpunkten Kultur und Sport. Dabei greife man, so Möhrle, auf eigenes Personal zurück. Insgesamt seien durch das Ganztagsangebot 1,4 neue Stellen geschaffen worden. Nach einem halben Jahr wolle man eine erste Bilanz ziehen. „Dann wollen wir sehen, was gut gelaufen ist und wo wir gegebenenfalls noch nachbessern müssen.“ Das betreffe auch mögliche wissenschaftliche Angebote. Auswirkungen hat der Ganztag auch auf die Hausaufgaben. Sie sind an den Tagen mit einem Ganztagsbetrieb in den Unterrichtsablauf integriert. Ein wichtiges Anliegen ist ferner die individuelle Förderung. „Und zwar in allen Jahrgangsstufen unserer Schule.“ • stg 

WA vom 20.08.2009