Schüler unter Schock

Blutige Prügelei am Märkischen Gymnasium mit vielen Verletzten

Rivalen gehen mit Zaunlatten aufeinander los – Frakturen und Schnittwunden

05.12.09Großeinsatz nicht nur für die Polizei: Zur Versorgung der Verletzten wurden sechs Rettungswagen und zwei Notärzte zum Märkischen Gymnasium gerufen. Im Vordergrund: Der Jägerzaun, aus dem die Latten gerissen wurden. ■ Foto: Zimmermann

HAMM ■ Eine brutale Prügelei unter sechs Schülern beziehungsweise jungen Erwachsenen hat gestern Mittag rund um das Märkische Gymnasium für helles Entsetzen gesorgt. Mit einem Großaufgebot waren Polizei und Rettungskräften vor Ort. Fünf Personen wurden mit Frakturen und Schnittverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert, drei Schüler des MGH erlitten einen Schock und mussten ebenfalls behandelt werden. Gegen 11 Uhr kam es zu dem blutigen Showdown, dessen Hintergründe und Motive auch gestern Abend noch völlig unklar waren. Ein mit drei 20 bis 29 Jahre alten Männern libanesischer Herkunft besetzter Mercedes fuhr vor der Schule vor, wo sich vier Schüler (16 und 17) türkischer und iranischer Herkunft während einer Freistunde auf dem Schulhof aufhielten. Es kam zum Streit, zunächst verbal. Lehrer konnten die beiden Gruppen zunächst trennen, dann eskalierte die Situation.

Von einem Nachbargrundstück an der Wilhelm-Liebknecht-Straße rissen die nunmehr noch sechs Streithähne Latten aus einem Jägerzaun und schlugen damit aufeinander ein. Aus einigen der Latten sollen noch Nägel herausgeragt haben. Aussagen, nach denen auch Baseballschläger und Eisenstangen zum Einsatz kamen, wurden von der Polizei am Abend dagegen ins Reich der Fabel verwiesen. Als die Polizei und die ersten Rettungskräfte um 11.18 Uhr an der Schule eintrafen, war der Streit bereits beigelegt. Fünf Beteiligte waren verletzt, ein sechster offenbar weggelaufen. Zwei Notärzte, fünf Rettungswagen und ein Krankentransporter wurden zu der Schule gerufen, um der Situation Herr zu werden. Fast alle Beteiligten waren der Polizei bereits bekannt. Polizei informiert Innenministerium Der Oberbürgermeister, der zu dem Zeitpunkt bei einer Schulveranstaltung in Rhynern verweilte, verließ diese sofort nach Bekanntwerden des Großeinsatzes und machte sich auf den Weg zum MGH. „Wir sind keineswegs bereit, so etwas zu dulden oder zu akzeptieren“, lautete sein erster Kommentar. MGH-Schulleiterin Ursula Möhrle stand auch eine Stunde nach dem Zwischenfall noch unter dem Einfluss der Ereignisse. „Ich bin noch total aufgeregt“, sagte sie. „Aber es scheint wohl festzustehen, dass von unserer Schule niemand etwas damit zu tun hatte.“ Von welcher Schule die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen stammen, blieb gestern Abend in der Tat unklar. Die drei Männer im Mercedes sollen in Hamm wohnen. Das Innenministerium wurde von der Polizei über den Vorgang informiert. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an. Anfang der Woche wird sich vermutlich mehr zu den Motiven sagen lassen. ■ fl

WA vom 05.12.2009