Fan des WM-Dorfs

Sebastian Gonzalez aus Mazatlán ist seit Oktober in Deutschland
Der 18-Jährige aus Hamms Partnerstadt besucht das Märkische Gymnasium

06.07.10Sebastian Gonzalez aus Mazatlán besucht derzeit das Märkische Gymnasium. ■ Foto: Rother

HAMM-WESTEN ■ Der Besuch des WM-Dorfs vor der Pauluskirche war für Sebastian Gonzalez ein „unvergessliches Erlebnis“ – so wie der 18-Jährige aus Hamms Partnerstadt Mazatlán seine ganze Zeit in Deutschland genossen hat. Zu verdanken hat er diese dem Internationalen Club Hamm (ICH), der den Schüleraustausch organisiert und der ihn ans Märkische Gymnasium geführt hat. „Dort nehme ich seit Oktober am Unterricht teil“, erzählt der 18-Jährige, der am 24.Juli in seine mexikanische Heimat zurückkehren wird. Vor einem Jahr war ihm Deutschland noch völlig unbekannt. „Denn bis zu diesem Zeitpunkt war ich nur zweimal in den USA“, berichtet der Jugendliche, der in den vergangenen acht Monaten viel von Land und Leuten gesehen hat. Berlin, Münster, Dortmund, Köln und das Sauerland waren nur einige Stationen.

Aber auch in Italien und Frankreich sei er gewesen, erzählt Sebastian. In Hamm hätten ihm besonders gut der Kurpark und der Maxi-Park gefallen. „Und natürlich das Public Viewing, das ich so noch nicht kannte.“ Dort habe er die Spiele der deutschen Mannschaft gegen Australien und Argentinien gesehen. Natürlich sei es schade, dass Mexiko im Achtelfinale ausgeschieden ist. „Jetzt drücke ich halt Deutschland die Daumen.“ Um möglichst viel zu lernen, hat Sebastian Gonzalez zwischen Anfang Oktober und Ende Februar einen Intensiv-Sprachkursus – dieser fand im Gymnasium Hammonense statt – besucht. Am Märkischen Gymnasium habe er am Unterricht in Englisch, Erdkunde, Geschichte, Musik, Philosophie und Spanisch der Jahrgangsstufe 12 teilgenommen. „Ich konnte mir die Fächer aussuchen.“ Der Besuch an einer deutschen Schule sei für ihn ein völlig neues Gefühl. „Denn im Gegensatz zu meiner Heimat muss ich hier zum Beispiel keine Schuluniform tragen.“ Heimweh hat der 18-Jährige, der zunächst bei den Familien Kücük in Herringen und Blobel in Lohauserholz gewohnt hat und der derzeit bei der Familie Harkenbusch in Werries lebt, nicht gehabt. Nur der viele Schnee Anfang des Jahres sei ihm eines Tages zu viel geworden. Erst habe er ihn ja noch spannend gefunden. „Dann wollte ich ihn aber nicht mehr sehen.“ Mit seiner Familie in Mexiko steht Sebastian fast täglich in Kontakt. Dort ist übrigens noch bis Ende Juli die 16-jährige Lina Zwilling aus Hamm zu Gast, die als Bloggerin auf www.wa.de über ihre Erlebnisse in Mexiko berichtet. Nach seiner Rückkehr möchte Sebastian Gonzalez das Jura-Studium aufnehmen. „Ich möchte Anwalt werden“, hat er schon ein klares Berufsziel. Um dies zu verwirklichen, sei der Aufenthalt in Deutschland sehr hilfreich. Das MGH hatte in diesem Schuljahr übrigens noch zwei weitere Austauschschüler aus Mexiko und den USA. „Sie sind mittlerweile aber wieder in ihre Heimat zurückgekehrt“, berichtet Birgit Stephan, die am MGH für die Austauschschüler zuständig ist. ■ stg 

WA vom 06.07.2010