Ausstellung zum Leben erweckt

AUSSTELLUNG Oberstufenschüler des Märkischen Gymnasiums entwickeln und erstellen Audio-Guide zur Ägypten-Ausstellung – Begeistert vom Ferien-Projekt

17.09.10Ulrich Schäfer, Dorothee Kandzi, Susanne Birker, Museumsleiterin Dr. Ellen Schwinzer (von rechts) und die Schüler präsentieren den Audio Guide zur Ausstellung.Foto: Osiewacz

HAMM Es war ein außergewöhnliches Projekt, für das elf Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums einen Teil ihrer Ferien opferten: Gemeinsam haben die Neunt-, Elft- und Zwölftklässler einen Audio Guide zur Sonderausstellung „Echnaton und Amarna. Ägypten im neuen Licht“ erstellt. Von Schülern für Schüler. Die Ausstellung wird am Sonntag, 26. September, um 11.30 Uhr eröffnet. Finanziert wurde das aufwändige Projekt durch den Museumsverein Hamm e.V.. Gestern stellten Vorsitzender Ulrich Schäfer, Museumpädagogin Susanne Birker und Dorothee Kandzi, freie Museumsmitarbeiterin und Mitglied im Verein, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das Ergebnis vor. Und darauf können alle Beteiligten stolz sein. 17 Szenen für 17 Ausstellungsobjekte haben die Gymnasiasten eingelesen.

Das Schöne: Der Audio Guide für Erwachsene umfasst 17 andere Stationen der Ausstellung, so dass über einen tragbaren Hörer insgesamt 34 verschiedene erklärende Texte angewählt werden können. Doch mit dem bloßen Einlesen von Texten war es nicht getan. Innerhalb von zwei intensiven Arbeitswochen mussten die Schülerinnen und Schüler stapelweise Literatur sichten, sich für Szenen entscheiden und Texte schreiben. Aufgenommen wurden die eineinhalb- bis zweiminütigen Szenen in einem professionellen Tonstudio. Zur Vorbereitung der Sprechrollen wurde für einen eintägigen Workshop ein professioneller Sprecher und Sprecherzieher engagiert. „Das Ergebnis sollte sowohl historisch als auch sprachlich korrekt sein“, sagt Museumspädagogin Susanne Birker. Ziel war es, den Ausstellungsbesucher zum Zeitreisenden zu machen. „Wir haben uns gefragt: Wie lebten denn die Menschen damals? Dabei sind wir sehr schnell in die Sozialstrukturen eingetaucht“, so Birker. Das spüren die Hörer in den kleinen Szenen: Sie wirken authentisch, stecken voller Informationen und sind zudem noch humorvoll. „Das lief gar nicht wie in der Schule“, erinnert sich Frederik Schwarz (17). „Wir konnten viel selbstständiger arbeiten.“ Und so fiel dem Team die „Arbeit“ leicht. Mitgenommen haben die Schülerinnen und Schüler zudem eine ganze Menge an Wissen. Lernen ohne es zu merken – so könnte ein Motto des Projekts lauten. Wenn sich die Sprecher jetzt hören – ob in einer Tempelzeremonie oder als Baumeister in der Grabkammer – ist dies zunächst ungewohnt. „Man hört sich ja sonst selbst nicht reden“, sagt Schwarz. Unabhängig davon bescheren sie nicht nur jungen Museumsbesuchern mit ihren Stimmen und den kleinen Episoden einen kurzweiligen und informativen Aufenthalt in der Ausstellung.oz 

WA vom 17.09.2010