Auf Spurensuche

Schüler des MGH haben die Biografie Heinrichs von Kleist genauer beleuchtet

27.07.2011Kleist auf der Spur: Schüler des Märkischen Gymnasiums mit Lehrer Dr. Andreas Müller (von links), Schulleiterin Ursula Möhrle und Archivleiterin Ute Knopp im Stadtarchiv. Foto: Szkudlarek

PELKUMEinfach nur die Biografie eines für die deutsche Literaturlandschaft prägenden Schriftstellers „runterrattern", das war 14 Schülern des Abiturjahrganges des Märkischen Gymnasiums zu wenig.

Deswegen haben sie die manchmal staubige Quellenrecherche im Stadtarchiv nicht gescheut und sich das Leben von Heinrich von Kleist ganz genau angeschaut. Für ihr Abitur im Deutsch-Leistungskurs stand auch für die Schüler des MGH „Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist auf dem Lehrplan. Eine wirklich ausführliche Beschäftigung mit dem Dichter und seinem Leben im Unterricht war allerdings nicht mit drin, berichtet Dr. Andreas Müller, Deutsch-LK Lehrer. „Unsere Schulleiterin hatte dann die Idee, vor allem anlässlich seines 200. Todestages, ein Projekt daraus zu machen und die Möglichkeiten des Stadtarchivs zu nutzen", so Müller. Bei der Recherche rund um Kleist blieben einige Fragen der Schüler unbeantwortet. War Heinrich von Kleist ein Außenseiter, früher Nationalist oder als Künstler seiner Zeit voraus? Wie wichtig war die Beziehung zu seiner Halbschwester und weshalb hat er sich letztlich umgebracht? „Das Leben Kleists ist sehr facettenreich und anspruchsvoll. Die Beantwortung der Fragen war gar nicht so einfach", erzählt Selma Güney. Im Stadtarchiv fanden sie mit der Hilfe von Leiterin Ute Knopp die nötigen Quellen, um Kleist und sein Wirken besser kennen zu lernen. Darunter waren auch ein Brief seiner Halbschwester oder der Augenzeugenbericht seines Freitodes. „Die Recherche hat uns auch im Unterricht weitergeholfen. Der Zeitgeist und die Bedeutung für die Literatur lassen sich leichter nachvollziehen, wenn man einen Bezugspunkt hat", sagt Stefanie Sturm. Insgesamt vier Monate haben die Schüler neben dem Unterricht und den Abitur-Klausuren ihre Zeit im Stadtarchiv und in der Zentralbibliothek verbracht. Nicht zuletzt, damit ihre Mitschüler von der umfangreichen Recherche profitieren können, berichtet Müller. „Die methodische Arbeit mit historischen Quellen war sicherlich eine Herausforderung", erzählt Müller, die Schüler hätten jedoch gute Arbeit geleistet.

WA vom 27.07.2011