Beratung für Schüler

Schul-Sozialarbeiterin am Märkischen Gymnasium nimmt ihre Arbeit auf. Auch Eltern und Lehrer können Sprechstunden aufsuchen.

040111Ursula Sickmann (Mitte), die gestern ihren Dienst als Schul-Sozialarbeiterin am Märkischen Gymnasium antrat, wurde von Schulleiterin Ursula Möhrle und ihrem Vertreter Herbert Herden begrüßt. Die 42-Jährige hat an der Stadtteilschule im Hammer Westen eine Vollzeitstelle ■ Foto: Rother

HAMM-WESTEN ■ Das Kollegium des Märkischen Gymnasiums hat Zuwachs bekommen: Mit Ursula Sickmann ist dort erstmals eine Schul-Sozialarbeiterin im Einsatz. Begrüßt wurde die 42-Jährige, die bereits gestern ihren ersten offiziellen Arbeitstag am MGH hatte, von Schulleiterin Ursula Möhrle sowie deren Vertreter Herbert Herden.

Ob Stress mit der Familie oder dem Freund beziehungsweise der Freundin, die Trauer um einen geliebten Menschen oder ein Haustier, Mobbing, die Trennung der Eltern oder häusliche Gewalt: Die Sorgen und Nöte, mit denen Schüler – unabhängig von der jeweiligen Schulform – konfrontiert werden, sind sehr unterschiedlich. „Und in vielen Fällen kann sich dies auch auf die Schulnote auswirken“, weiß Möhrle aus ihrer jahrelangen Berufserfahrung zu berichten. Und genau hier setzt die Arbeit der Schul-Sozialarbeiterin an: Sie soll dabei helfen, dass Schüler ihre kleinen und großen Sorgen meistern und dadurch eben keine Probleme in der Schule bekommen. Natürlich hätten sie auch die Möglichkeit, mit ihren Lehrern über private Probleme zu sprechen. „Aber gerade bei jemandem, der sie benotet, ist die Hemmschwelle doch sehr groß.“ Ursula Sickmann, die zuletzt für die Diakonie Ruhr-Hellweg bei der Familienhilfe der Stadt gearbeitet hat, hat mit der Notenvergabe nichts zu tun. Sie soll nicht nur Ansprechpartner für die Schüler, sondern auch für deren Eltern sein – und auch für die Lehrer. „Diese können sie unter anderem dann um Rat fragen, wenn ihnen am Verhalten ihrer Schüler etwas auffällt“, erklärt die Schulleiterin. Denkbar seien aber auch Sprechtage für Eltern. „Auch sie können zu mir kommen, wenn sie Probleme mit ihren Kindern haben“, sagt Sickmann. Kooperation mit der Stadt In ihrer neuen Funktion wird die Mutter dreier Töchter eng mit der Stadt kooperieren. „Liegen die Probleme tiefer, können die Schüler auch an die entsprechenden Beratungsstellen in Hamm vermittelt werden“, so die Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin, die im Raum V12 im Bereich des Übergangs zum Neubau ein eigenes Büro mit Telefon- und Internetanschluss beziehen wird. Dort wird sie in der Regel dann auch ab 7.30 Uhr sitzen und den Schülern als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. „Oder nach Vereinbarung“, so die 42-Jährige, die sich auch vorstellen kann, für zwei oder drei Tage die Klassenfahrten zu begleiten, um die Schüler näher kennenzulernen. Alles Weitere müsse sich erst noch entwickeln. Die Beschäftigung einer Schul-Sozialarbeiterin wurde nicht nur von den Lehrern, sondern auch von Eltern und Schülern begrüßt. Der Beschluss der Schulkonferenz sei einstimmig gefallen, berichtet die Schulleiterin. Aus ihrer Sicht mache es Sinn, an allen Schulen ein solches Angebot vorzuhalten. In Finnland zum Beispiel seien Sozialarbeiter an den Schulen gang und gäbe. Und gerade dieses Land habe bei der Pisa-Studie stets vordere Plätze belegt. ■ stg

WA vom 04.01.2011