Gelassenheit trotz Doppel-Jahrgang

Gymnasien auf Abi-Prüfungen gut vorbereitet

HAMM ■ Wegen des doppelten Abiturjahrgangs stehen die Hammer Gymnasien in diesem Jahr vor einer besonderen Herausforderung.

Ursula Möhrle bittet um Ruhe

Der Andrang ist diesmal besonders groß, weil ein Teil der Schüler das Abitur nach zwölf, der andere nach 13 Jahren Schulzeit erwerben will. Gestern fanden die schriftlichen Prüfungen in den Fächern Informatik, Technik und Ernährungslehre statt. An den meisten Gymnasien gab es dabei nur vereinzelt Prüflinge. Richtig ernst wird es erst heute, wenn die Prüfungen im Fach Deutsch auf dem Plan stehen. Doch die Vorbereitungen liefen an den Hammer Schulen bislang reibungslos.

Am Galilei-Gymnasium gibt es in diesem Jahr mit 157 Anwärtern mehr als doppelt so viele Prüflinge wie 2012 (74). Laut Schulleiter Reinhard Lapornik-Jürgens hat das Gymnasium im Hammer Norden aber keine Schwierigkeiten, mit dem gestiegenen Aufwand zurecht zu kommen. „Die Schüler waren ja vorher auch im Unterricht", verweist Lapornik-Jürgens darauf, dass die Schule die Zahlen ja längst kennt. „Man sollte um das Doppelabitur nicht so einen Hype machen. Die Abläufe sind die gleichen wie immer", ergänzte er. Gewisse Unterschiede zu den Vorjahren bemerkt der Schulleiter aber doch: „Es dauert ein bisschen länger, bis jeder Kandidat seine Aufgaben bekommen hat. Und es bedarf größerer Arbeit, alle Papiere zu kopieren und stempeln zu lassen." Gestern gab es am Galilei-Gymnasium indes noch keine Prüfungen.
Gleiches gilt für das Märkische Gymnasium (MGH) und für das Landschulheim Schloss Heessen. Das MGH erhält traditionell regen Zulauf von Seiteneinsteigern. Diese kamen jedoch nicht in doppelter Anzahl, so dass die Zahl der Abituranwärter am MGH sogar sank - von 241 im Vorjahr auf jetzt 229. 80 davon sind Schüler, die das Abitur in acht Jahren am Gymnasium erwerben (G8). „Der einzige Unterschied ist für uns, dass wir mehr Zeit zum Kopieren benötigen", sagt Schulleiterin Ursula Möhrle.

Abi in Zahlen

Beisenkamp-Gymnasium:
164 Anwärter (2012:104), davon 69 G 8 (Abitur nach acht Jahren)

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium:
212(126), davon 104 G8

Galilei-Gymnasium:
157 (74), davon 62 G 8

Gymnasium Hammonense:
122 (77), davon 46 G 8

Märkisches Gymnasium:
229 (241), davon 80 G 8

Schloss Heessen:
83 (61), davon 36 G 8

Insgesamt sind das 967 (683), davon 397 G8 Abituranwärter mit Gesamtschulen und Berufskollegs:
2052 (1597)

Das Herunterladen der Aufgabenstellungen, die zentral vom Land NRW vorgegeben werden, habe bislang jedoch wie an allen Hammer Schulen reibungslos funktioniert.
Am Landschulheim Schloss Heessen wollen in diesem Jahr 83 Schüler ihr Abitur machen, davon 36 G8-Schüler. Schulleiter Jürgen Heimühle erklärte, man habe dennoch am bewährten System mit kleinen Kursen festgehalten. „Damit sind mehr Kollegen eingebunden, aber die Arbeitsbelastung für den einzelnen bleibt gleich", so Heimühle.

Nur an wenigen Hammer Gymnasien gab es gestern Prüflingen, darunter das Freiherr-vom-Stein- und das Gymnasium Hammonense (je¬weils drei). Probleme bei der Organisation der gestiegenen Gesamtzahl der Prüfungen gab es aber auch dort nicht.
Die Gesamtschulen und Berufskollegs sind davon jedoch nicht betroffen, da nur das Abitur nach neun Jahren angeboten wird. Dafür ging dort der Prüfungs-Stress teilweise schon gestern richtig los. So teilte Heike Stiepelmann, Schulleiterin des Friedrich- List-Berufkollegs mit, dass rund 50 Schüler eine Klausur schrieben. Zwar gibt es auch am List-Kolleg fast 30 Prüflinge mehr als im Vorjahr (174 statt 147). Dennoch bleibt Stiepelmann gelassen: „Das ist für uns nichts Ungewöhnliches." ■ cm
Quelle: WA, 10.04.2013