Wir leben ein ganz normales Leben

Lara Gräfin von Bylandt Baronesse zu Rheydt über die Geschichte ihres Adelstitels

030114Lara Gräfin von Bylandt Baronesse zu Rheydt ist 16 Jahre alt und
geht auf das Märkische Gymnasium. Foto: pr

HAMM - Ein unbeschwertes Leben in einem weißen Schloss, davor steht immer ein weißes Ross, der hauseigene Chauffeur stets bereit und nichts muss man alleine machen, denn dafür gibt es jede Menge Diener im Hause. 

So stellt man sich oft eine adelige Familie vor. Die 16-jährige Lara Gräfin von Bylandt Baronesse zu Rheydt, Schülerin des Märkischen Gymnasiums, gibt im Gespräch mit yourzz-Reporterin Aycha Kalach einen Einblick in ihre doch eher bescheidene Welt. 

Wodurch ist deine Familie adelig geworden?
Lara: Wir sind die zweite Linie Bylandt-Reydt und erwarben um 1500 die Herrschaft Rheydt bei Mönchengladbach, die wir bis 1608 beziehungsweise 1636 behielten. Meine Familie konnte ihren Grundbesitz stetig erweitern und sich auch in Österreich, Holland und im übrigen Deutschland mit dem Namen Grafen von Bylandt, Barone zu Rheydt ausbreiten. 1590 erhielten wir den Reichsfreiherrenstand und führen teilweise seit dem 17. Jahrhundert den 1865 bestätigten Grafentitel.

Hast du berühmte Vorfahren?
Lara: Also wenn man das berühmt nennen darf, dann hatte ich einen Vorfahren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war damals
ein bekannter Bildhauer und hieß Bernhard Graf von Bylandt-Rheydt. Außerdem war Athieu Maximilian ein Politiker in Österreich.

Habt ihr ein eigenes Wappen? Wie sieht es aus?
Lara: Ja, wir haben unser eigenes Wappen. Links oben und rechts unten sind rot-goldene Streifen, rechts oben und links oben sind schwarze Kreuze auf goldenem Untergrund.

Nutzt ihr den Namen für irgendeinen Zweck?
Lara: Nein, wir nutzen den Namen für keinen speziellen Zweck.

Ist bei euch zu Hause etwas anders, weil ihr adelig seid?
Lara: Wenn man seinen Namen sagt, dann denken die Menschen direkt, man lebe in einem Schloss mit allem was dazu gehört, doch das ist bei uns nicht der Fall. Wir leben ein ganz normales Leben, wie die meisten Menschen. Es gibt nichts Außergewöhnliches in unserer Art, wie wir leben.

Gibt es bestimmte Feste, die ihr besuchen müsst?
Lara: Diese Frage kann ich auch nur mit einem langweiligen Nein beantworten. In früheren Zeiten war dies der Fall, dass Menschen mit Grafentitel auf Wohltätigkeitsveranstaltungen gingen oder sich auf irgendeine Art und Weise engagierten, um ihren Namen zu verbreiten, doch heutzutage hat sich das, bei uns jedenfalls, geändert.

WA vom 03.01.14