Spaß am Sport vermitteln

Lasse Weid unterrichtet als Freiwilligendienstler in Südafrika / Spender gesucht

HAMM-WESTEN  Schon während seiner Schulzeit wollte Lasse Weid einen längeren Zeitraum im Ausland verbringen. Aufgrund des Umzugs seiner Familie von Göttingen nach Hamm und des damit verbundenen Schulwechsels habe dies jedoch nicht geklappt, erzählt der 17-Jährige, der sich derzeit am Märkischen Gymnasium auf seine Abi-Prüfungen vorbereitet. Ab August wird er dann im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts" in einem Entwicklungshilfeprojekt  in Südafrika arbeiten.

Finanziell unterstützt wird es von „weltwärts", dem ASC Göttingen, dem Landessportbund Niedersachsen sowie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „1500 Euro muss ich aber selbst aufbringen, um grundlegende Kosten des Programms decken zu können", hofft der 17-Jährige auf Sponsoren, die das Projekt unterstützen. Sie könnten auch eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben. „Um zu zeigen, wie die Spenden den Kindern in Südafrika helfen, werde ich meinem Förderkreis regelmäßig Berichte senden." Er sei auch gerne dazu bereit, nach seiner Rückkehr eine Präsentation über seine Arbeit zu halten. Wie der Gymnasiast weiter ausführt, dürfe er 20 Kilo Sportgepäck mit nach Südafrika nehmen. Benötigt werden vor allem neue Fußballund Turnschuhe. „Durchaus auch mit kleinen Fehlern." Während des einjährigen Aufenthalts in Berlin – so heißt die Stadt tatsächlich – wird Lasse Weid Kindern zwischen sechs und 14 Jahren (1. bis 7. Klasse) Sportunterricht erteilen. Außerdem werde er an der Volksschule Hausaufgaben betreuen und andere schulische Aktivitäten wie eine Fußball-AG betreuen. Für solche Aufgaben gebe es nicht genug einheimisches Personal. „Dort kommen auf einen Lehrer im Regelunterricht etwa 40 Kinder." Das große Hobby von Lasse Weid ist übrigens Fußball. Er spielt aktiv in der 2. A-Jugend der Hammer Spvg, ist Jugendtrainer beim TuS Lohauserholz und Schiedsrichter. Als Leistungkurs auf dem MGH hat der 17-Jährige – natürlich – Sport. Nach seiner Rückkehr aus Südafrika möchte er Sport und Englisch auf Lehramt studieren. Durch den Freiwilligendienst könne er erste Erfahrungen als Sportlehrer sammeln und seine Englischkenntnisse verbessern, nennt der Schüler eine weitere Motivation, seiner Familie und seinen Freunden für ein Jahr den Rücken zu kehren. Zudem wolle er eine neue Kultur kennenlernen, Kindern Spaß am Sport vermitteln und ihnen bei ihrer sozialen und persönlichen Entwicklung helfen. Lasse Weid will nicht ausschließen, dass er 2015 vielleicht auch ein anderes Studium antritt. „Freiwilligendienstler, die mit viel Armut konfrontiert wurden, haben Medizin studiert." Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal muss Lasse Weid das Abitur bestehen, bevor es am 29. Juli losgeht – und dann hoffentlich mit vielen gespendeten Sportschuhen im Gepäck, die die Kinder so dringend benötigen. Ein dickes Dankeschön schickte der 17-Jährige übrigens ans MGH, das ihn bei der Bewerbung toll unterstützt habe.  stg

WA vom 05. April 2014