Emotionaler Abschied

040714.1040714.2Das Märkische Gymnasium verabschiedet Ursula Möhrle in den Ruhestand

HAMM-WESTEN.  Es war ein Augenblick voller Emotionen, bei dem auch die eine oder andere Träne floss: Nach mehr als 35 Jahren im Dienst an Hammer Schulen, davon die letzten fünf Jahre als Leiterin des Märkischen Gymnasiums (MGH), wurde Ursula Möhrle gestern in den Ruhestand verabschiedet. Die Festredner würdigten das Wirken der aus Baden-Württemberg stammenden Pädagogin, die am MGH „ihre Spuren hinterlassen hat". Stellvertretend wurden von Konrektor Herbert Herden, Elternvertreterin Ingeborg Recknagel sowie von Wolfgang Hagelüken vom Kollegium und den Schülervertretern Lisa-Maria Poth und Steffen Janke verschiedene Bauprojekte, der Ausbau des Ganztags sowie die Einführung des Sommercamps für Seiteneinsteiger genannt.

Sie allen seien sichtbare Zeichen ihres Wirkens am MGH. „Die Leitung unserer Schule war ihr eine Herzensangelegenheit", sagte Herden, der der scheidenden Direktorin bereits vor über 30 Jahren über den Weg gelaufen war: „Sie war eine engagierte junge Kollegin am Schloss Heessen, ich sammelte dort meine ersten pädagogischen Erfahrungen." Apropos Erfahrungen: Diese hat auch Thomas Hunsteger-Petermann mit Ursula Möhrle gemacht – und das nicht nur als Oberbürgermeister. Seine Frau und seine Tochter hätten sie als Lehrerin kennengelernt, verriet er. Er selbst habe Ursula Möhrle als sehr engagierte Lehrerin, Konrektorin und Schulleiterin schätzen gelernt. Sie habe sich stetig weiterentwickelt, viele Projekte umgesetzt und sich um die Integration von Migranten in das Schulwesen bemüht. Worte des Dankes richteten auch Bezirksvorsteher Udo Schulte sowie Reinhard Lapornik-Jürgens als Sprecher der Hammer Direktorenkonferenz an Ursula Möhrle. Freundlich, zupackend, geradlinig und furchtlos ihre dezidierte Meinung vertretend beschrieb Lapornik-Jürgens, der selbst über 25 Jahre am MGH unterrichtet hat, seine Kollegin. „Danke für die Standhaftigkeit und die gute Zusammenarbeit." Diese stellte auch Ingeborg Recknagel in den Vordergrund. In den vergangenen fünf Jahren sei Ursula Möhrle nicht nur als Schulleiterin, sondern auch als Bauleiterin und Innenarchitektin in Erscheinung getreten, spielte sie auf die Begleitung verschiedener Bauprojekte an. In die Zeit ihres Wirkens am MGH seien der Bau der Mensa sowie die Sanierung der Toilettenanlage und der Sporthalle gefallen. Dabei habe sie stets den Blick fürs Detail gehabt. Die Zusammenarbeit mit der Schulleiterin habe sie als angenehm und konstruktiv empfunden. „Das MGH war für sie wie eine große Familie", so die Elternvertreterin. Diesen Gedanken griff auch Wolfgang Hagenlüke auf, der das MGH als „Großfamilie" bezeichnete. Als Familienoberhaupt habe Ursula Möhrle versucht, ihre aus Lehrern, Eltern und Schülern bestehende Familie zusammenzuhalten und mit Beharrlichkeit gegenüber der Bezirksregierung und der Stadt ihre Interessen zu vertreten. Die Schüler Lisa-Maria Poth und Steffen Janke bedankten sich für das Engagement und gaben Ursula Möhrle eine Schultüte mit auf dem Weg in den Ruhestand. Gefüllt war diese mit einigen Utensilien, darunter eine Fahrradkarte und Weingummis, aber auch ein Sorgenfresser. Von so „vielen lieben Worten" sichtlich berührt, bedankte sich Möhrle bei allen, die sie in den vergangenen Jahren begleitet haben. „Die Zeit am MGH waren fünf Jahre meines Lebens. Der Abschied fällt mir schwer", so Möhrle. Vor allem die Schüler werden ihr fehlen – Schüler, von denen viele auch durch ihr Organisationstalent und ihr soziales Engagement aufgefallen sind. Schüler waren es dann auch, die die Feier musikalisch gestalteten: Es waren dies das Jeki-Orchester, die Märkisch Brass sowie der Projekt-Chor (Chor 5 bis 8, Klassen 5 c, 6 a, 6 d, 9 c und Oberstufenchor).
 stg

WA vom 04. Juli 2014