Mitten aus dem Leben gerissen

Helmut Berger stirbt völlig überraschend

130415Das MGH trauert um Herrn Helmut Berger, der über viele Jahre hinweg die künstlerische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler unserer Schule begleitet hat.

HAMM - Mitten aus dem Le­ben gerissen worden ist Hel­mut Berger, einer der be­kanntesten Künstler in Hamm: Der 60-Jährige hatte noch bis Freitag den „Kreativitätsbeschleuniger" des Netzwerks Jugendkultur ge­leitet, den Samstag erlebte er nach einem Herzinfarkt nicht mehr.

Damit geht Hamm ein kreativer Aktiv­posten verloren, der sich vor allem in der Jugendförderung uneigennützig engagiert hat. Künstlerisch war der gebür­tige Hammer ein Spätzünder: Mit vier Jahren nahm ihn sein Vater, der damals als Ar­tist beim Zirkus arbeitete, mit auf Reisen. Als er starb, kehrte er mit acht Jahren zu­rück zur Mutter nach Hamm. Er arbeitete zeitweise unter Tage im Bergbau, absolvierte eine Ausbildung als Kranken­pfleger, betrieb einen Geträn­kehandel – und intensivierte „nebenbei" sein malerisches Talent.

1994 dann eröffnete der Au­todidakt seine erste Werk­stattgalerie mit ständiger Ausstellung. Aus kleinen An­fängen entwickelte er mehr und mehr seine „Werkstatt für Kunst", deren Türen er für alle Menschen offen hielt – zwischenzeitlich auf dem ehemaligen Thyssen-Gelände, seit dem vergangenen Jahr auf dem Strüverhof in Al-len. Berger engagierte sich im Projekt „Kunst und Schule", gab in seiner Werkstatt zahl­lose Kurse und leitete 2013 die Sommerakademie von WA und Kunstverein.

Erhalten bleibt die Erinne­rung an Helmut Berger zu­mindest mit der „Seilfahrt" im Lippepark, die er mit Schülern der Michael-Ende-Schule realisiert hat, mit der zweiteiligen, eisernen Silhou­ette Heinrich von Kleists vor dem gleichnamigen Forum, mit Kunst im Martin-Luther-Viertel – und bei ganz vielen jungen Menschen dank der künstlerischen Samen, die er in seiner sowohl kreativen als auch liebenswerten Art ge­streut hat. - san

WA vom 13.04.2015