Schüler als EU-Abgeordnete

Das Märkische Gymnasium vertritt Deutschland bei Euroscola-Projekt

 060515HAMM-WESTEN Für 22 Schüler aus der EF und Q1 des Märkischen Gymnasiums war es ein unvergessliches Erlebnis: In Begleitung ihrer Lehrer Katrin Stemper und Jens Möller haben sie die Jugendlichen der Bundesrepublik Deutschland im Europäischen Parlament in Straßburg vertreten. An Originalschauplätzen lernten sie nicht nur rund 500 Jugendliche aus 20 anderen europäischen Mitgliedsländern kennen, sondern konnten auch in die Rolle der Abgeordneten schlüpfen, um über ihre Zukunftsvorstellungen zur EU zu diskutieren.

Die Fahrt ist ein Preis des Europäischen Parlaments und wurde im vorigen Jahr von Annabelle Kaufhold, Elisa Godino und Jack Riesner beim Euroscola-Wettbewerb gewonnen(unsere Zeitung berichtete).Um das MGH und Deutschland würdig zu vertreten, hatten sich die Schüler intensiv auf die Fahrt vorbereitet, zum Beispiel indem sie mit Wikispaces sowohl web-basierte Elemente als auch traditionelle Simulationen von Debatten auf Englisch im Klassenzimmer nutzten. Sechs Themen standen zur Auswahl, darunter „Energie und Umwelt", „Migration und Integration" sowie „Jugendarbeitslosigkeit".
In Straßburg wurde es dann ernst: Bei der Vorstellung aller 21 Schulen erfuhren die Teilnehmer aus Hamm nicht nur einiges über die anderen Jugendlichen, sondern auch, dass Annabelle Kaufhold und Sharr Jakupi problemlos vor fast 500 Menschen fließend auf Englisch das Märkische Gymnasium, das Ruhrgebiet sowie Deutschland vorstellen konnten. Sie erfuhren auch, dass die polnischen und die portugiesischen Gruppen einen Europaclub an der Schule haben, dass der Schülerrat der finnischen Schule sich für den Wettbewerb und das Projekt begeisterte und nun mit ihnen dort war.
„Insgesamt zehn Stunden waren wir im Parlament", berichteten die Schüler nach ihrer Rückkehr. Zunächst habe man das elektronische Abstimmungssystem kennenlernen und einem Verwaltungsrat des Europäischen Parlaments diverse Fragen
stellen können. Von ihm wollte Sharr Jakupi zum Beispiel wissen, ob hinsichtlich der materiellen und finanziellen Unterstützung von Schulen von der EU genug getan werde.
Besonders interessant war für die Schüler aus Hamm aber der Kontakt zu den Jugendlichen. Zunächst musste in Vierergruppen mit Teammitgliedern anderer Muttersprache ein Quiz beantwortet werden. Danach sollten die Jugendlichen, genau wie die „richtigen" Abgeordneten, in Arbeitsgruppen über unterschiedliche Themenbereiche diskutieren, einen Präsidenten und einen Berichterstatter wählen, Beschlussvorlagen erarbeiten, diese im Plenum erläutern und zur Abstimmung bringen. „Die Ergebnisse der Euroscola-Plenardebatte werden den echten Abgeordneten vorgelegt. Es bleibt abzuwarten, was sie davon in ihre Arbeit mitnehmen",so Möller.
Gerne wären die Schüler des Märkischen noch länger in Frankreich geblieben, um die Gespräche mit anderen Schülern zu vertiefen. Zudem hätten sie erfahren, wie Europapolitik funktioniere und dass diese alles andere als langweilig sei. Durch das freie Reden habe man auch die eigenen Englischkenntnisse vertiefen können. Sehr zur Freude von Schulleiter Florian Rösner ist zudem die mögliche Kooperation mit einer Schule aus Finnland ein weiteres Ergebnis des Aufenthalts in Straßburg. „Es ist gut möglich, dass sich daraus etwas entwickeln wird." Die teilnehmenden Schüler aus Hamm würde es freuen, wenn sich das MGH auch im neuen Schuljahr am Euroscola-Wettbewerb beteiligen könnte. WA/stg