„Wer offen ist, erlebt mehr“

15082015.1Interkulturelles Begegnungsprojekt im Märkischen Gymnasium

„Das Märkische Gymnasium ist bunt", leitete Schulleiter Florian Rösner die Ausstellung des Interkulturellen Begegnungsprojektes seiner Schüler ein. Die Zehntklässler des Märkischen Gymnasiums hatten sich am gestrigen Freitag zur feierlichen Präsentation ihrer Workshops zum Thema Interkulturalität zusammengefunden. Auch Bürgermeisterin Ulrike Wäsche war dabei. „Es macht mich ganz besonders stolz, dass am Märkischen Gymnasium so viele junge Menschen massiv daran mitwirken, fremden Menschen eine Heimat zu geben und sie vorbehaltlos zu integrieren."

15082015.2Darum ging es nämlich bei den interkulturellen Projekttagen, die von Mittwoch bis Freitag den Anfang für die so genannte „Einführungsstufe", also die zehnte Klasse, darstellten. „Die Schüler sind ab nun nicht mehr in ihren gewohnten Klassenverbänden, sondern werden in den Hauptfächern in so genannten Tutorien teilweise völlig neu zusammengewürfelt", erklärte Lehrerin Ilka Kloppenburg das Prinzip. „Darum ist es so wichtig, dass sich die Jugendlichen kennenlernen und ihre Gemeinschaft stärken." Verknüpft wurde dieser Gedanke mit einem interkulturellen Aspekt. In sieben verschiedenen Workshops wurden unter anderem ein Handyfilmprojekt zum Thema „Jugendliche zwischen Ausgrenzung und Integration", ein Graffiti-Projekt und ein interkultureller Festtagskalender erstellt. Anderen Schülern wurde die Geschichte ihrer Heimat, des Hammer Westens, nähergebracht. „Es ist wirklich wichtig, dass die Schüler sich bewusst sind, dass durch Industrie und Bergbau die ersten Menschen erst in den Hammer Westen kamen. So sind wir alle irgendwann einmal Fremde gewesen", weiß Petra Steimann vom Jugendgemeinschaftswerk. So handelte ein Workshop von der Geschichte der Drahtindustrie und ein anderer vom Bergbau. Hierfür kooperierte Ilka Kloppenburg, die mit ihren Gruppen den Workshop „Auf Kohle gebaut" durchführte, mit dem Heessener Knappenverein „Glück auf". Die Knappen luden die Schüler in diesem Rahmen am vergangenen Donnerstag in ihr Vereinsheim am Brokhof ein und brachten ihnen unter anderem die Geschichte des Bergbaus und insbesondere der Zeche Sachsen, die Bedeutung der Heiligen Barbara für die Bergleute und die dramatischen Grubenunglücke, die sich in Hamm ereigneten, näher. „Die Zechen haben geschlossen, den klassischen Bergbau gibt es nicht mehr. Und trotzdem lebt er gewissermaßen in uns Knappen weiter," erzählte Franz Mehringskötter vom Knappenverein. Der 89-jährige Heessener war 30 Jahre lang im Bergbau tätig und vermittelt seine Erfahrungen und Eindrücke gern der jüngeren Generationen. Neben dem Träger des Bundesverdienstkreuzes, erzählten auch Klaus Wenthaus und Rolf-Peter Gutsche vom Verein Wissenswertes rund um den Hammer Bergbau und auch die Geschichte ihrer Knappenvereins. Und die beiden ließen es sich nicht nehmen, in ihrer Bergmannskluft die Ausstellung zu besuchen. „Es ist echt toll, was die Schüler in nur drei Tagen auf die Beine gestellt haben", findet Gutsche. Und auch Schulleiter Rösner ist stolz: „Die Schüler haben sich sehr engagiert gezeigt. Und hoffentlich ist die Ausstellung kein Ende, sondern ein Start für eine funktionierende, multikulturelle Gemeinschaft am Märkischen Gymnasium." Immerhin würden dort Schüler aus über 20 Nationalitäten gemeinsam unterrichtet.

WA vom 15.08.2015