Pauken in den Ferien

Vorbereitung auf Oberstufe im Summer-Camp

24092015HAMM. Wenn man die Schule wechselt, steht erst mal alles Kopf. Neue Mitschüler, neue Lehrer, ein völlig anderes System. Aber irgendwie muss man da durch. Deshalb bietet das Märkische Gymnasium (MGH) seit einigen Jahren das Summer-Camp an. „Dabei handelt es sich um zweiwöchige Vorbereitungskurse auf die gymnasiale Oberstufe", erklärte Arne Warthorst (43), Lehrer am MGH und Organisator des Summer-Camps.

Im Interview mit ihm erfuhr yourzz-Reporterin Carolin Drees, aus welchem Grund auch sogenannte Vertiefungskurse, in denen Warthorst selber eingesetzt ist, angeboten und wie diese von den Schülern angenommen werden.

Summer-Camps gibt's noch nicht so lange am MGH. Worum handelt es sich dabei? Warthorst: Beim Summer-Camp handelt es sich um zweiwöchige Vorbereitungskurse auf die gymnasiale Oberstufe, die in den letzten beiden Wochen der Sommerferien stattfinden. Es werden Kurse in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch angeboten. Meldet man sich zum Beispiel für alle drei Kurse an, so wird man täglich in drei Doppelstunden unterrichtet. Dabei werden die Materialien von der Schule gestellt. Die Leitung der Kurse übernehmen Schülerinnen und Schüler aus der Q2, die also relativ kurz vor ihrem Abitur stehen. Unsere Schulsozialarbeiterin, Frau Sickmann, betreut alle Anwesenden vor Ort.

Man kann es also Camp von Schülern für Schüler bezeichnen. Wie wird es angenommen? Warthorst: Seit dem Start im Jahr 2011 verzeichnen wir wachsende Teilnehmerzahlen. Zu den letzten Summer-Camps hat sich knapp die Hälfte aller Quereinsteiger angemeldet. Das ist umso erfreulicher, wenn man bedenkt, dass die Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme auf einen nicht unerheblichen Teil der Sommerferien verzichten.

Das MGH bietet den Schülern Vertiefungskurse an. Wieviel bringen sie und sind sie vielleicht im Bezug auf das „Turboabitur" nützlich? Warthorst: Vertiefungskurse können keinen Nachhilfeunterricht im klassischen Sinn ersetzen. Dennoch bietet sich hier die Möglichkeit, in zumeist kleineren Lerngruppen gezielt auf Schülerprobleme oder -nachfragen einzugehen. Die Hemmschwelle, eine aus Schülersicht „dumme Frage" zu stellen, ist im Vertiefungskurs deutlich geringer – auch, weil man nicht durch die gewohnten Schulnoten beurteilt wird. Wichtiger als fundierte fachliche Fähigkeiten mitzubringen, ist die Bereitschaft, motiviert am eigenen Lernprozess mitzuarbeiten und eventuell vorhandene Lücken schließen zu wollen. Gerade im Hinblick auf das „Turboabitur" bieten sich hier Chancen.

Wie werden die Vertiefungskurse von den Schülern angenommen und wie sehen die Inhalte aus? Warthorst: Aus meiner Erfahrung als Stufenleiter kann ich sagen, dass die Anmeldezahlen für die Vertiefungskurse steigen, je näher man dem Abitur kommt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen zur Vorbereitung aufs Abitur dann häufiger die Gelegenheit wahr, die unterrichtlichen Inhalte zu „vertiefen". Die Inhalte orientieren sich an aktuellen Problemen aus dem Unterricht und werden im besten Fall in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern nach Bedarf ausgewählt. In den Wochen vor Klausuren bieten sich natürlich Wiederholungen an.

WA vom 24.09.2015