Mehr Farbe fürs Märkische

Fassade wird saniert / Stadt kürt Sieger des Planungswettbewerbs

12112015HAMM-WESTEN.  Die geplante energetische Sanierung der Fassade des Märkischen Gymnasiums – betroffen ist nur das Hauptgebäude – hat eine erste Hürde genommen: Mit der SchürmannSpannel AG (Bochum) präsentierte Hans-Joachim Dingerdissen gestern im Technischen Rathaus den Sieger des Planungswettbewerbs. Man werde sich in nächster Zeit beschnuppern und dann das weitere Vorgehen besprechen, kündigte der Leiter des Städtischen Immobilienmanagements an.

Einen Zeitplan für die Sanierung könne er zum jetzigen Zeitpunkt daher noch nicht nennen. Das Konzept des Bochumer Büros konnte sich gegen 20 weitere Wettbewerbsbeiträge – sie alle sind noch bis Ende kommender Woche im Foyer des Technischen Rathauses zu sehen – durchsetzen. Das Ergebnis der „Finalrunde" war übrigens eindeutig: Mit 11:0 Stimmen setzte das Preisgericht den Beitrag der SchürmannSpannel AG auf den ersten Platz. Zu den elf Mitgliedern des Preisgerichts zählte auch der Leiter des Märkischen Gymnasiums, Florian Rösner. Der siegreiche Entwurf setze auf den Wiedererkennungswert, sagte er. „Gleichzeitig ist er aber auch zukunftsorientiert." An der Fassadensanierung des Altbaus, die auch die Erneuerung des Daches, der Fenster und der Wärmedämmung beinhaltet, führt laut Stadt kein Weg vorbei. Wegen konstruktiver Mängel der Befestigung müssten die Fassaden- beziehungsweise Waschbetonplatten des zu Beginn der 1970er-Jahre errichteten Altbaus zurückgebaut werden. Doch anstatt „Tabula rasa" zu machen und vermeintlich Schlechtes – in diesem Fall die Waschbetonplatten – zu entsorgen, wollen die Architekten den Fokus auf die „Fortschreibung der vorhandenen Qualität, der Architektur und der energetischen Ökonomie" legen. Im Klartext bedeutet dies, dass die Fassadenplatten demontiert, fragmentiert und mit verschiedenen Zusatzstoffen neu eingefärbt werden sollen. Anschließend sollen die neuen Platten an der Fassade angebracht werden. Wie Thomas Schmidt von der SchürmannSpannel AG erklärte, werde man dabei für jedes der fünf Gebäudeteile eine andere Farbe verwenden. Sandstein und Anthrazit seien dabei die vorherrschenden Farbtöne. Man bekenne sich eindeutig zur Identität des Märkischen Gymnasiums, indem man die identitätsstiftenden Faktoren wie Material oder Farbton zur Grundlage eines nachhaltigkeitsorientierten Produktionsprozesses mache. Dieses Konzept hat dann auch das Preisgericht überzeugt. Unter anderem lobten die Mitglieder den „respektvollen Umgang mit dem Bestand" sowie den „nachhaltigen und zeitgemäßen Produktionsprozess". Sie entsprächen dem Selbstverständnis von Schule.

WA vom 12.11.2015