In Hamm tief verwurzelt

Rowena Sporkert (17) spricht über die Vorzüge des Lebens in der Lippestadt

HAMM. Die 17-jährige Rowena Sporkert, Schülerin des Märkischen Gymnasiums, ist traditionsbewusst: Sie ist Mitglied im Schützenverein, wie es in ihrer Familie üblich ist. Trotz der häufigen Kritik an Hamm ist sie stolz auf ihre Heimatstadt. Was sie an Hamm mag und wieso sie ihre Heimat nach der Schule nicht verlassen möchte, erzählt sie im yourzz-Interview

08032016.2Was gefällt dir besonders gut an Hamm? Bist du stolz, diesen Ort deine Heimat nennen zu können?
Rowena: Hamm ist zwar von der Einwohnerzahl her eine Großstadt, aber an sich eher kleiner, weshalb mir besonders gut gefällt, dass man dennoch viele Freizeitmöglichkeiten hat. Das Kino, der Tierpark oder der Kletterpark sind beispielsweise gute Möglichkeiten, um etwas zu unternehmen. Ich bin schon stolz, Hamm meine Heimat zu nennen, da ich hier aufgewachsen bin. Meiner Meinung nach gibt es immer etwas, das verbessert werden könnte, aber man sollte dennoch stolz auf seine Wurzeln und auf seine Herkunft sein.

Gibt es Kritik an Hamm, der du zustimmen würdest?
Rowena: Ich finde es gut, dass man so schnell und unkompliziert von Hamm aus in andere Großstädte fahren kann, doch das öffentliche Verkehrsnetz in Hamm selbst ist meiner Meinung nach ausbaufähig. Von einem Stadtteil zum anderen zu fahren, ist nämlich sehr zeitaufwendig, da man viel zu oft bis in die Stadt fahren muss, um dort erst in die andere Buslinie umsteigen zu können. Der Kritik an der Schönheit und Modernität Hamms kann ich auch teilweise zustimmen, denn viele Gebäude sehen etwas heruntergekommen aus, bei denen nichts getan wird.

Möchtest du für immer hier wohnen bleiben? Was wären Gründe für dich, um wegzuziehen?
Rowena: Ich würde gerne in Hamm wohnen bleiben, allein schon, weil hier meine Wurzeln sind. Fast meine ganze Familie lebt hier, und meine Freunde wohnen auch recht nah beieinander. Außerdem würde ich gerne wegen des Schützenvereins hier wohnen bleiben, da dieser auch meine Wurzeln darstellt – ich bin jetzt schon die
dritte Generation meiner Familie im Schützenverein. Ich finde dieses Dorfleben ganz schön hier, man kennt einfach jeden, auch aus den umliegenden Dörfern. Das bewirkt eine freundliche und familiäre Atmosphäre. Wegziehen würde ich aufgrund des Studiums. Wenn ich nämlich Veterinärmedizin studieren sollte, was mein Wunsch ist, werde ich keine andere Wahl haben. Nach dem Studium würde ich aber auf jeden Fall gerne zurückkommen.

Hattest du schon mal Heimweh nach Hamm?
Rowena: Als ich für längere Zeit Urlaub in einer Großstadt gemacht habe, hatte ich Heimweh nach Hamm. Die Ruhe hat mir einfach gefehlt, und das vertraute  Gefühl, dass man jeden kennt. Auch dass man wenig Zeit braucht, um in die Stadt zu kommen und sich dann sogar dort gut auskennt und sich zu Hause fühlt, das hat man in der Großstadt so nicht.

Was würde dir am meisten an deiner Heimat fehlen?
Rowena: Am meisten würde ich eindeutig meine Familie vermissen, aber auch den Schützenverein, denn diese Tradition ist mir sehr wichtig. Die Ruhe vom Dorf würde mir fehlen und dass man trotzdem nah aneinander liegende Freizeitmöglichkeiten hat. Ich mag es, dass ich die Leute und die Umgebung gut kenne, genau so hätte ich es nirgendwo anders. Hier zu Hause fühle ich mich wohl.

WA vom 08.03.2016