Kampf gegen den Pflegenotstand

Altenheime wollen junge Menschen werben

18022017HERRINGEN.  Pflegeforscher schlagen Alarm: Bundesweit werden in den nächsten Jahren knapp 500000 Pflegekräfte fehlen. Sollten sie nicht gefunden werden, müssen Betten abgebaut werden. So weit ist es in Hamm zwar noch nicht. Dennoch machen sich auch hier die Altenheime und die Stadt Gedanken darüber, wie sie das Interesse junger Menschen an einem Pflegeberuf wecken können. Mit Unterstützung der Kommunalen Koordinierung haben jetzt erstmals zwei Hammer Einrichtungen – die Altenheime St. Josef (Herringen) und St. Bonifatius (Hamm-Westen) – an der Berufsfelderkundung für Achtklässler teilgenommen.

13 Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums, der Friedrich-Ebert-Realschule und der Sophie-Scholl-Gesamtschule waren der Einladung gefolgt, um bei einem Pilotprojekt einen Tag lang im Altenheim St. Josef in den Beruf des Altenpflegers hineinzuschnuppern. Das Programm dafür hatte Pflegedienstleiterin Stephanie Disselbrede mit ihrer Kollegin Ulrike Büchner (St. Bonifatius) erarbeitet. Andere Häuser könnten dies gerne übernehmen, sagte Annabelle Moers vom Team der Kommunalen Koordinierung. Während ihres Besuchs erfuhren die Schüler einiges über den Beruf des Altenpflegers. Aber auch einige praktische Dinge wie das Blutdruckmessen, die zum Alltag gehören, wurden geübt. Die beiden Altenheime hoffen jetzt, den einen oder anderen Teilnehmer an der Berufsfelderkundung demnächst bei den Praktika – sie finden in der Regel im 9. Schuljahr statt – begrüßen zu dürfen. „Und vielleicht bewerben sie sich dann auch um einen Ausbildungplatz", so Disselbrede. Denn, und darin sind sich alle Verantwortlichen einig: Ohne eigene Ausbildung dürften auch die Hammer Altenheime über kurz oder lang Probleme bekommen, genügend Pflegekräfte zu haben.