„Menschen und Geschichten“

Fünf Ex-Schüler des Märkischen Gymnasiums und ihre Karrieren in der Medienwelt

250217HAMM ~ Was haben ein WDR-Wissenschaftsredakteur, eine Sky-Fußballmoderatorin, ein ehemaliger WA-Nachrichtenre­dakteur, ein Fernsehproduzent („DSDS", „Top of the Pops") und die Mutter von Mats Hummels gemeinsam? Alle fünf haben am Märkischen Gymnasium ihr Abi­tur bestanden – und alle mach­ten danach, wie man so schön sagt, „was mit Medien".

Zum 150-jährigen Bestehen ihrer Schule traf sich das Quintett am Freitagabend bei einem Gesprächsabend in der Mensa. Und so unterschied­lich das Leben nach dem Abi verlief, waren sich alle einig: Sie haben weder die Zeit an dieser Schule noch den späte­ren Berufsweg bereut. Die Ar­beit als Medienschaffender sei vielfältiger und abwechs­lungsreicher als die meisten anderen Berufe, sagte Produ­zent Thomas Wegner (Abitur 1986), der unterschiedliche Tätigkeiten im Journalismus, im TV-Geschäft und in der Werbung im Lebenslauf hat. „Man kann sich ständig ge­sundes Halbwissen aneignen. Und man lernt Menschen und Geschichten kennen." Die Schulzeit sei dafür nur eine Vorbereitung gewesen, sagte WDR-Redakteur Martin Gresch (Abitur 1977). „Da­nach beginnt ein neues Spiel." Wichtig sei, „zum richtigen Zeitpunkt am rich­tigen Ort" zu sein.

Ulla Holthoff (Abitur 1977) musste sich als Sportjourna­listin noch durch eine harte Männerwelt kämpfen. Sie war 1990 im ZDF-Sportstudio die erste Frau, die ein Fuß­ballspiel kommentieren durf­te (wie sie schon vorher am Märkischen als einziges Mäd­chen den Sport-Leistungskurs bewältigte). Britta Hofmann (Abitur 1999) hatte da bessere Voraussetzungen – zumal sie schon als Schülerin auf Holt-hoffs persönliche Berufstipps bauen konnte. Durchbeißen musste sie sich trotzdem auf dem Weg über die freie Mitar­beit beim WA („Anfangs war der SV 26 Heessen mein Horrorverein") bis in die höchs­ten Ligen beim TV-Sender Sky – für eine Frau nicht mehr so schwer wie zu Holthoff-Zei-ten, aber immer noch nicht selbstverständlich. Britta Hof­mann geht trotzdem immer wieder lieber zum Bundesli­gaspiel als zu Olympia: „Für mich geht nichts über Fuß­ball."

Landet man oft „durch Zu­fall" in einem Medienberuf, wie sich der ehemalige WA-Redakteur Georg Boronow-sky (Abitur 1977) bei der Be­schreibung seiner schuli­schen und beruflichen Um­wege ausdrückte? Zumindest haben es die Medienschaffen­den genossen, nach der Schu­le Zeit zu haben, unterschied­liche Dinge auszuprobieren und Lebenserfahrung zu sam­meln. Das sei letztlich ent­scheidender als gute Noten in der Schule, so Ulla Holthoff: „Eltern sollten keine Angst haben, wenn ihre Kinder kei­ne Streber sind." Thomas Wegner bedauert zudem, dass Ausbildung und Studi­um inzwischen zu straff orga­nisiert seien: „Heute ist alles angepasster – schade!"

Mutterglück

Von Ulla Holthoffs Sohn war bei der Podiumsdiskussion im Märki­schen lange Zeit nicht die Rede; es ging bei der Veranstaltung ja um ehemalige Hammer Schüler und um die Medienwelt. In der abschließenden offenen Frage­runde wechselte ein Schüler dann aber doch das Thema: „Ist Mats Hummels einer der besten Innenverteidiger der Welt?" Mama Holthoff wich aus: Eine Karriere habe Höhen und Tiefen, es gebe auch andere gute Kicker, ohnehin sei der Einzelne im Mannschaftssport nicht so ent­scheidend – kurzes Zögern, und dann die lachende Wahrheit: „Aber er ist schon überragend." Wahrer Mutterstolz!

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Der zweite Gesprächsabend zum Jubiläum des Märkischen Gymasiums findet am Mittwoch, 29. März, 19 Uhr statt: Thema: Naturwissenschaften

WA vom 25.02.2017