Rappen gegen Rassismus

03062017

Schüler produzieren Song fürs Märkische Gymnasium / Aufführung am 7. Juli

Ein paar coole Beats, sechs motivierte Schüler und jede Menge aussagekräftige Sätze: Im neuen Schul-Song des Märkischen Gymnasiums, gerappt von Daniel, Luis, Selina, Serhat, Taha und Yassin, steckt viel Potenzial. „Herzlich willkommen am MGH" heißt das unter professionellen Bedingungen aufgenommene Lied, in dem die Schüler ihre Erfahrungen mit dem MGH als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" schildern – und noch einiges mehr.

 

Zu diesem Thema hatte es kurz vor den Sommerferien 2016 eine Projektwoche und in deren Rahmen den Workshop „Rap gegen Menschenfeindlichkeit – Hip-Hop und Rassismus" gegeben. Dabei seien, so der damalige Referendar Jan-Hendrik Herbst, nicht nur allgemeine Fragen zur Hip-Hop-Kultur und ihrer großen Vielfalt thematisiert worden. „Ein wichtiger Punkt des Austauschs war auch die Spannung zwischen Rap als Party-Musik und Rap als Ausdruck von Problemen und Gesellschaftskritik." Doch für die sechs Schüler war das Thema damit noch nicht beendet: Nach den Sommerferien nahmen sie das Projekt, einen Song über das Leben am MGH als „Schule ohne Rassismus" zu produzieren, in Angriff. Dabei hätten sie die Ideen sowohl für die Texte, als auch für die Beats geliefert, freute sich Herbst, der bei dem Projekt von seinen Kollegen Martin Müller und Philipp Schröer unterstützt wurde. Professionelle Unterstützung gab es aber auch von anderer Seite: In Zusammenarbeit mit David Walbelder wurde ein Beat produziert. In einem zweiten Schritt wurde dann der Dortmunder Rapper „Schlakks" eingeladen, der beim Schreiben der Texte und Aufnehmen mit Rat und Tat zur Seite stand. „Schließ- lich wurden alle Parts zusammengesetzt und professionell abgemischt."

Schulleiter Florian Rösner zeigte sich von dem Projekt und vor allem dem Ergebnis begeistert. Der Schulsong spiegele das Leben am MGH als „Schule ohne Rassismus" hervorragend wider, sagte er und freut sich schon auf die erste große öffentliche Aufführung des Songs: Das wird im Rahmen des Schulfestes am 7. Juli sein. Jeder der sechs rappt einen Part. In dem Song wird deutlich, dass die Schüler eine humanistische Programmatik verfolgen. Sie positionieren sich eindeutig, geben sich gleichzeitig jedoch auch selbstkritisch und schlagen mit Blick auf das Elend dieser Welt auch konsumkritische Töne an: „Konzerne, die Tonnen Essen wegwerfen, denken nicht daran, dass Kinder an Hunger sterben", heißt es zum Beispiel an einer Stelle. Besonders deutlich wird die Botschaft aber im Refrain. In ihm betonen die jungen Rapper den Zusammenhalt und die Gemeinschaft an ihrer Schule – trotz mancher Schwierigkeiten: „MGH – die Welt steht in Flammen, doch hier an der Schule halten alle zusammen. MGH – auch hier gibt es Stress, doch an der Gemeinschaft halten wir fest." Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", dem Märkischen Gymnasium, der DGB-Jugend Dortmund-Hellweg, dem Stadtteilbüro Hamm-Westen, dem Hammer Migrationsrat sowie dem Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (Fuge).

WA vom 3.6.2017