„Wegweiser und Orientierungshilfe“

Abigabe 2017 des Märkischen Gymnasiums kommt von Anna Hübsch

28062017HAMM-WESTEN.  Mit einer Radierung des damaligen Kunsterziehers Erich Lütkenhaus fing 1981 alles an. Bernhard Kaup setzte diese gute Tradition fünf Jahre später fort, so dass mittlerweile 36 Abigaben an die Abiturienten des Märkischen Gymnasiums übergeben werden konnten. In diesem Jahr hat die Hammer Künstlerin Anna Hübsch diese Aufgabe übernommen und eine Zeichnung angefertigt. Drucke davon, alle handsigniert von Anna Hübsch, werden im Rahmen der Entlassfeier am Freitag an die Abiturienten übergeben.

Damit reiht sich Hübsch in eine Reihe solch bekannter Künstler wie Otmar Alt oder Horst Rellecke ein. Das MGH möchte mit dieser Aktion die künstlerischen Belange in der Schule und in der Öffentlichkeit auf besondere Weise fördern. Die Aufmerksamkeit für Kunst soll bei Schülern, Lehrern und Eltern durch diese Maßnahme geweckt werden. „Die Abiturienten sollen ein Andenken an die Schule von bleibendem Wert erhalten", heißt es von Seiten der Schule. Beherrscht wird die Federzeichnung von einer geschlechtsneutralen Figur, die vor einer Entscheidungssituation steht beziehungsweise sitzt. Sie schaut auf einen Wegweiser mit vielen Optionen. Aus dem Kopf der Figur treten Gedankenstränge hervor. „In der Situation, welchen Weg sie einschlagen, stehen auch die Abiturienten", erklärt die Künstlerin. Bedeutende Entscheidungen müssten sie aber nicht nur jetzt mit dem Abitur in der Tasche, sondern auch in ihrem späteren Leben treffen. Aus ihrer Sicht sei es daher eine zeitlose Arbeit. Das findet auch MGH-Lehrerin Cornelia Böving, die die Arbeit von Anna Hübsch ausführlich beschrieben und interpretiert hat. „Mit wachem, aber auch mit nachdenklichem Blick schaut die Figur in die Ferne zu dem Wegweiser", heißt es in der Interpretation. Ihre Nachdenklichkeit in Bezug auf die bevorstehenden Handlungsoptionen werde durch die exponierte Haltung der Hand unterstrichen, mit dem sie ihr Kinn abstützt. „Die aufrechte Haltung lässt das Wesen selbstbewusst, kraftvoll und entschlossen wirken, Neues zu wagen", so Böving, für die das Kunstwerk selbst eine „Art Wegweiser und Orientierungshilfe für die Abiturientia 2017 darstellt, einen eigenen Weg einzuschlagen und die Zukunft zu gestalten".

WA vom 28.06.2017