Sportlich zur Karriere

Ehemalige des Märkischen Gymnasiums berichten über Sport-Leistungskurs als „Sprungbrett"

241117PELKUM ■ An jeder Ecke des beruflichen Werdegangs kann ein Sport-Leistungskurs (LK) in der Schule eine hilfrei­che Basis sein. Dass sie ohne Sport-Abitur heute nicht dort wären, wo sie heute sind, und die Zeit am Märkischen Gym­nasium Hamm (MGH) prä­gend war, darin waren sich die drei Gesprächsteilnehmer am Mittwochabend einig. Nach den Themen Medien, Naturwissenschaft, Musik und Medizin stand nun am fünften und letzten Ge­sprächsabend im Rahmen der Feierlichkeiten „150 Jah­re Märkisches Gymnasium" das Thema „Wirtschaft" im Mittelpunkt.

Die drei Gäste gaben den etwa 100 Schü­lern, Lehrern und ehemali­gen Klassenkameraden einen spannenden Einblick in ihren beruflichen Werdegang nach der Schulzeit am MGH. Mode­riert wurde die Veranstaltung wieder von Simone Niewerth (Radio Lippe Welle).

„Im Sport-Leistungskurs lernt man ein gewisses Durchhaltevermögen und auch mal dahin zu gehen, wo es wehtut. Erfolg wird nicht dort gemacht, wo es ange­nehm ist", so Olaf Kallerhoff (Abiturjahrgang 1982). Seit fast 30 Jahren ist er beim Kon­sumgüterkonzern Procter & Gamble tätig, seit 2015 als Vorsitzender der Geschäfts­führung für Deutschland, Ös­terreich und die Schweiz zu­ständig. In einem großen Konzern sei es ebenso wich­tig, ein gutes Team zu haben, in dem man sich auch aufei­nander verlassen kann. Man werde nicht als Einzelkämp­fer geboren. Es gehe darum, die Stärken verschiedener Menschen zusammenzufüh­ren, um erfolgreich zu sein. „Im Teamsport muss man den besten Zehner, aber auch den besten Torwart haben. Im Zusammenspiel können Berge versetzt werden. Auch im Berufsleben ist das nicht anders", ergänzt er. Gelernt habe er, in der Schule mit dem minimalsten Aufwand durchzukommen. Lacher gab es für seine Anekdote aus dem Latein-Unterricht, in der er seinem Vordermann den „Caesar" auf den Rücken klebte. Englisch habe er nicht in der Schule, sondern im täglichen Umgang mit Amerika­nern gelernt. 46 Länder habe er schon bereist.

Diskutiert wurde auch über die Herausforderung der „Work-Life-Balance" sowie die Frage, ob „Wirtschaft" als Schulfach wünschenswert wäre. „Es ist hilfreich, schon in der Oberstufe an solche Themen herangeführt zu werden, um die Schüler bes­ser auf Zukunft und Realität vorzubereiten. Nachholbe­darf gibt es in Informatik", meint Thomas Berlemann, der 2012 als CEO die Leitung von T-Mobile Netherlands übernahm. Seit 2016 ist er für die Geschäfte der Webhelp GmbH verantwortlich.

Die Leidenschaft zum Sport einte an diesem Abend. Für Uli Becker (Abi-Jahrgang 1983) war es die logische Kon­sequenz, nach dem Sport-Abi­tur im Sportbereich beruflich tätig zu werden. 24 Jahre lang war er in Führungspositionen bei Adidas und Reebok tätig. Seit 2014 ist er selbstständig und betreut Start-Up-Unter- nehmen. Das Erfahren von Siegen und Niederlagen im Sport sei bedeutsam für das Berufsleben. Das MGH habe die Sache für sportlich Talen­tierte leichter gemacht. „Sport ist das, was mich an­treibt. Wenn man mit dem Herzen dabei ist, ist die Ar­beit keine Arbeit und es macht einfach nur Spaß", sagt Becker. So könne man auch das Beste aus sich he­rausholen. ■ sah

WA vom 24.12.2017