Paten für Leistungssportler

MGH geht bei der Betreuung von Schülern mit Kaderplätzen neue Wege

091118HAMM-WESTEN ■ Am Märkischen Gymnasium (MGH) gibt es zahlreiche Schüler, die schon in jungen Jahren Leistungssport betreiben. Um die Stärken der Kinder und Jugendlichen zu fördern und gleichzeitig die schulische Laufbahn zu unterstützen, hat die Fachschaft Sport das „Patensystem zur Vereinbarung von Schule und Leistungssport" ins Leben gerufen.

Fußball, Taekwondo, Rollhockey, Kanu und Sportakrobatik: Unter anderem in diesen Sportarten haben Schüler des MGH beachtliche Erfolge erzielt: „Wir haben Mitglieder des Nationalkaders, deutsche Meister, Auswahlspieler und Schüler, die in den höchsten deutschen Junioren-Ligen Fußball spielen", sagt Björn Sprenger von der Fachschaft Sport. Die Schüler trainieren viel, müssen immer wieder vom Unterricht freigestellt werden. „Zum Beispiel dann, wenn ein Trainingslager oder Wettkämpfe und Turniere im In- und Ausland anstehen." Doch das bringt für die jeweiligen Schüler und deren Eltern oft Probleme mit sich. Und hier setzt das Patensystem an. 15 Schüler - zwölf von ihnen haben einen Kaderplatz - wurden nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten in das Patensystem aufgenommen. „Sie müssen Leistungssport betreiben und sollten idealerweise auch einen hohen Kaderplatz haben", sagt Sprenger.

Ihre Paten sind neun Sportlehrer der Schule. Einmal im Monat treffen sich die Paten mit ihren Schützlingen. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf die schulische und sportliche Laufbahn der Schüler. Sie sprechen darüber, wie die Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport funktioniert und wie sie verbessert werden kann. Falls erforderlich, organisieren die Paten eine Lernhilfe für die Schüler oder helfen und ihnen beziehungsweise ihren Eltern bei Freistellungsanträgen für Turniere, Wettkämpfe und Trainingslager.

Ganz wichtig ist Schulleiter Florian Rösner und Björn Sprenger auch der Kontakt der Paten zu den Fachlehrern. Falls Leistungssportler mehrere Tage vom Unterricht freigestellt werden, kümmern sich die Paten darum, dass sie den versäumten Unterrichtsstoff nachholen können. „Wir besprechen mit ihren Lehrern auch die Möglichkeit, ob Arbeiten oder Klausuren verschoben werden können." Die Förderung sei individuell.

In einer kleinen Feierstunde in der Sporthalle wurden den Paten ihre Schüler zugeteilt. Unter den Schülern sind Fußballspieler von Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld, dem VfL Bochum und Rot- Weiss Essen, ein Westfalenauswahlspieler, eine Deutsche Meisterin im Taekwondo - sie geht für den TKD Herringen an den Start - sowie eine erfolgreiche Sportakrobatin (3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft), eine erfolgreiche Rollhockeyspielerin des SK „Germania" Herringen und eine U17-Bundes- ligaspielerin vom FC Iserlohn.

„Wir möchten durch das Patensystem Leistungssportler und ihre Eltern unterstützen", sagt Rösner. Sie sollten keine Bittsteller mehr sein, wenn es um den Leistungssport der Kinder geht. In Kürze werde man auch die betroffenen Vereine informieren. Auch sie hätten dann, so Rösner weiter, einen festen Ansprechpartner in der Schule. Der Schulleiter bedankte sich bei seinen Kollegen aus der Fachschaft Sport, die das Patensystem entwickelt haben. Das ist auch den Sportlehrern wichtig. Sie sehen in dem Patensystem auch eine Wertschätzung der sportlichen Leistungen der Schüler - Schüler, die das MGH nach außen vertreten, wie Sprenger sagte. „Wir möchten zeigen, dass eine Vereinbarung von Schule und Leistungssport möglich ist."

WA vom 09.11.2018