Für mehr Toleranz – Einführungstage am MGH

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Hamm-Westen – Die 155 Schüler der Einführungsphase (EF) des Märkischen Gymnasiums, darunter gut 50 Quereinsteiger von anderen Schulen, erlebten einen etwas anderen Schulstart nach den Sommerferien: Statt sich mit Deutsch, Mathe oder Englisch zu beschäftigen, nahmen sie an drei Workshoptagen zur Förderung der interkulturellen Kompetenz teil. Ferner sollten sie dem gegenseitigen Kennenlernen dienen. Gestern wurden in der Aula des Schulzentrums die Ergebnisse der sechs Workshops präsentiert.

Einer führte die Jugendlichen in das Caritas-Seniorenzentrum St. Bonifatius, wo in einem altersübergreifenden Projekt sechs Bilder entstanden, in denen sich wichtige Abschnitte im Leben der Senioren widerspiegelten. Einer der Interview-Partner war der langjährige SPD-Ratsherr Adolf-Michael Krippner. Seine Verbindung zur Politik wurde von den Schülern symbolisch durch den Bundesadler dargestellt. Da sich der Architekt zudem viele Jahre in der St.-Victor-Gemeinde engagiert hat, wurde auch eine Kirche gemalt. Auf diese Weise entstanden von ihm und fünf weiteren Bewohnern des Seniorenzentrums sehr persönliche Bilder – Bilder, in denen Herkunft, Hobbys, bevorzugte Urlaubsorte und Lieblingsgerichte der Senioren dargestellt wurden. „Das Projekt hat Jung und Alt zusammengebracht“, freute sich Schulleiter Florian Rösner.20190831b
Der Theater-Workshop „Ich bin die Wurzel aus“ befasste sich mit der Herkunft der Jugendlichen. Bei der Präsentation zogen sie dann alle Anwesenden in der Aula mit ein – und das ließ durchaus tief blicken. Auf die Frage, wer zum Beispiel keinen Freund aus einem anderen Kulturkreis hat, stand kaum einer der knapp 200 Anwesenden auf. Rund ein Viertel war es hingegen bei der Frage, wer schon einmal diskriminiert worden ist und wer selbst schon einmal jemanden diskriminiert hat.
Dass das in Zukunft nicht mehr passiert, war ein wesentliches Ziel der Einführungstage am MGH. Deren Motto „Wer offen ist, kann mehr erleben“ war daher auch bewusst gewählt. Die einzelnen Workshops boten den Schülern die Möglichkeit, sich über künstlerische und kreative Zugänge mit der eigenen kulturellen Prägung, Verschiedenheit, Fremdheit, Rassismus und Vorurteilen auseinanderzusetzen.
Zu den weiteren Angeboten gehörten der Sport-Workshop „Gemeinsam gewinnen“, ein Filmworkshop über das Abc des wertschätzenden Umgangs, ein Fotoworkshop zu Orten der Begegnung im Umfeld des MGH sowie der Kunstworkshop „Mein Herz schlägt für...“.
Die Organisation der Einführungstage lag in den Händen eines Teams, das aus Schulsozialarbeiterin Ulla Sickmann, den Lehrerinnen Birgit Hüwe und Katrin Stemper sowie aus Marie Höfener vom Jugendgemeinschaftswerk bestand. Sie freuten sich, wieder zahlreiche außerschulische Partner an ihrer Seite zu haben, die die einzelnen Workshops betreuten. Kooperationspartner waren der Stadtsportbund, die Medienproduktion Johannfunke, das Jugendgemeinschaftswerk und die Jugendarbeit Hamm-Westen, die Theaterpädagoginnen Katja Ahlers und Elif Okutan, die Künstler Osman Bol und Grazyna Maniecka-Gawel sowie das Seniorenzentrum St. Bonifatius. Finanziert wurden die Einführungstage vom Projekt „Hamm sagt ja“, dem Aktionsfonds Hamm-Westen sowie vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“

WA vom 31.08.2019

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