Bücherei für Schule und Stadtteil

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Der 23. April ist nicht nur der „Tag des Buches“. 2020 wird an diesem Tag auch die Bücherei des Märkischen Gymnasiums eingeweiht. Dank einer Kooperation zwischen dem MGH und den Stadtbüchereien Hamm soll sie auch in den Stadtteil hineinstrahlen. Anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages beantwortet der WA (das Interview führte Stefan Gehre) die wichtigsten Fragen.

Wann wurden die ersten Kontakte geknüpft?
Die Initiative ging von der Fachschaft Deutsch am MGH aus. Maßgeblich vorangetrieben wurde das Projekt seit der ersten Kontaktaufnahme mit Büchereichef Jens Boyer im Herbst 2018 von den Lehrerinnen Nina Böhnke und Dörte Reinecke sowie von Schulleiter Florian Rösner.

Was ist das Ziel der Kooperation?
Wie es in dem Vertrag heißt, sollen sich Schule und Bibliothek durch eine „verstärkte systematische, umfassende Kooperation zu strategischen Partnern bei der Vermittlung von Lese-, Medien- und Informationskompetenz entwickeln“. Sie sollen sich sozusagen „verzahnen“. Dabei ist es das erklärte Ziel der beiden Partner, die Schüler für das Lesen zu gewinnen und langfristig dazu zu motivieren.

Warum ist eine Zusammenarbeit mit den Stadtbüchereien der Schule so wichtig?
Rösner verweist unter anderem auf den Bücherbus, der regelmäßig die Grundschulen in Hamm anfährt, nicht aber die weiterführenden Schulen. Dadurch entstehe ein Bruch. Neben der Leseförderung ist es ihm besonders wichtig, dass durch die Kooperation die Recherchefähigkeiten von Schülern – Buch und Internet – gestärkt werden. Vieles werde sich, und darin sind sich alle Beteiligten einig, im Laufe der Zeit aber noch entwickeln.

Welche Beiträge soll die Schule leisten?
Hier gibt es viele Überlegungen,beispielsweise dass neue Schüler in den Klassen 5 und 11 (Seiteneinsteiger) Führungen in der Stadtbücherei bekommen. Weitere Bausteine sind Projekte und Lesungen, die Teilnahme der 6. Klassen am Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Teilnahme am Lese-Hammer sowie die personelle Unterstützung der Arbeit in der Schulbibliothek.

Welchen Beitrag sollen die Stadtbüchereien Hamm leisten?
Die Details sind noch nicht geklärt. Denkbar wäre aber beispielsweise die Zusammenstellung von Medienboxen für die Schule, die Beratung beim Aufbau eines altersgerechten Bestands der Bücherei am MGH, Führungen in der Stadtbücherei, Unterrichtsveranstaltungen in der Stadtbücherei sowie die fachliche und personelle Unterstützung der Arbeit in der Schulbibliothek. Büchereichef Boyer kann sich unter anderem vorstellen, dass Mitarbeiter der Stadtbüchereien Schüler des MGH regelmäßig in ihren Recherchekompetenzen stärken. Das begrüßen auch Böhnke und Reinecke. Recherchiert werden müsse zum Beispiel für Referate. Ein Grundbestand an Fachliteratur solle daher in der Schulbibliothek bereitgehalten werden.

Wie soll der Bestand aussehen?
Geplant ist ein Aufbau von etwa 1000 Medien, sowohl Unterhaltungs- als auch Fachliteratur. Ein Bestand von etwa 300 Büchern ist in der stark genutzten „Leseecke“ im SVRaum bereits vorhanden. An der Beschaffung weiterer Medien wollen sich die Stadtbüchereien und das MGH beteiligen. Wie Rösner sagt, sind die ersten Regale mittlerweile bestellt.

Wie sieht es mit den Öffnungszeiten aus und wer soll die Schulbibliothek betreuen?
Das ist noch nicht geklärt, wird aber in den kommenden Wochen ausgelotet.

Wie soll die Öffnung in den Stadtteil aussehen?
Die Schulbibliothek soll auf jeden Fall auch außerhalb der Schulzeiten geöffnet haben – nicht nur für Schüler des MGH, sondern für alle Menschen des Stadtteils. Das genaue Ausleihsystem steht allerdings noch nicht fest. Wie Reinecke erklärt, sollen in der Schulbibliothek regelmäßig öffentliche Lesungen und Themenabende stattfinden, zum Beispiel ein Holocaust-Gedenktag oder eine Lesung am „Tag der verbotenen Bücher“. Bis zur Eröffnung werde es einen Jahresplan geben, so Reinecke.

Wer sind die Ansprechpartner?
Auf Seiten der Schule sind es Dörte Reinecke und Nina Böhnke, auf Seiten der Stadtbüchereien deren Leiter Jens Boyer.

 WA vom 20.11.2019