MGH-Schüler diskutieren mit MdB Perli

Freitag, 14. Mai 2021, Westfälischer Anzeiger Hamm / Pelkum/Herringen


MGH-Schüler diskutieren mit MdB Perli

Hamm-Westen – Nach Franz Müntefering (SPD) und Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU) war es am Dienstagnachmittag der Bundestagsabgeordnete Victor Perli (Die Linke), mit dem Schüler des Märkischen Gymnasiums und ihrer Partnerschule, dem Humboldt-Gymnasium in Eichwalde, über das Thema „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“ diskutierten.

Und der 39-jährige Niedersachse, der ein enger Vertrauter von Partei-Ikone Sahra Wagenknecht ist, hatte darauf eine klare Antwort: „Solidarität, mehr Gerechtigkeit und der Blick aufs Ganze“, sagte Perli und zeigte dies anhand einiger Beispiele auf.

Es könne beispielsweise nicht sein, dass in Deutschland jedes fünfte Kind in Armutsverhältnissen lebe und die Gesundheit vom Geldbeutel abhänge. Der 39-Jährige sprach sich daher unter anderem für eine Deckelung der Mieten und einen kostenlosen ÖPNV für junge Menschen – langfristig sogar für alle – aus. Finanziert werde könne dies sowie Investitionen in Klima und Bildung durch eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und durch eine Abrüstung. Und: „Insgesamt brauchen wir ein gerechteres Steuersystem.“

Das Angebot, dem Politiker Fragen zu stellen, nutzten die Schüler beider Schulen anschließend reichlich. So erzählte ein MGH-Schüler davon, dass er in Wohnungsanzeigen gelesen habe, dass Moslems nicht erwünscht seien. Perli zeigte sich empört und betonte, dass Anzeigen, wo bestimmte Bevölkerungsgruppen von vornherein ausgeklammert werden, gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen und geahndet werden können. Doch nicht nur auf dem Wohnungsmarkt gebe es Probleme: „Junge Menschen mit Migrationshintergrund finden schwerer einen Ausbildungsplatz, auch wenn sie die gleichen Noten wie ihre Mitschüler haben.“ Das dürfe es nicht sein, sprach er sich für anonymisierte Bewerbungen aus – und erhielt dafür Zuspruch vom Schüler.

Auch zum Tempolimit auf Autobahnen hatte er eine eindeutige Meinung. Er würde es, wie Perli den Schülern erklärte, nicht sofort, sondern schrittweise auf 130 reduzieren. Und „In den Städten brauchen wir viel mehr Tempo 30.“

Einen breiten Raum nahm das Thema Bildung ein. Perli plädierte für ein deutschlandweit einheitliches Bildungssystem, ein längeres gemeinsames Lernen und modernere Bildungsinhalte und sprach sich gegen Studiengebühren aus. Denn auch das habe etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.  stg

 

siehe Beitrag zu dem Gespräch in Eigene Berichte

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.