Real-Theater in der Bücherei

Schüler lassen sich zum Thema „Digitalisierung“ mitreißen

Hamm – Unterricht mal anders: Das Theaterstück „Nutz mich“ ging am Freitagmorgen erfolgreich in der Stadtbibliothek Hamm an den Start.

Schon um kurz vor 10 Uhr standen die Schüler der Klasse 8a des Märkischen Gymnasiums voller freudiger Erwartung vor den Türen des Kleist-Forums.

Wen triffst du schon zuhause? Und wie kommt das Glück eigentlich zu mir? Das waren Fragen, die innerhalb des Stückes gestellt wurden. „Es war die erste Aufführung für eine Schulklasse. Wir waren sehr gespannt, wie die Resonanz ausfällt“, sagte Jens Boyer, Leiter der Stadtbüchereien. Durch viel Bewegung, lautes musizieren sowie mit viel interaktivem Geschick gelang es den Akteuren Matthias Damberg als „Peter“ und Roman D. Metzner als „Paul Wunderlich“, die Schüler in ihren Bann zu ziehen.

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Anschauliche Darstellung: "Peter" kletterte durch die Stadtbücherei.

Vielfältigkeit, das war das Stichwort der ganzen Inszenierung. Dies war auch ein Punkt, den die Schüler bei der Nachbesprechung des Stückes als herausstechend empfunden haben. So ist den Schülern zunächst gar nicht klar gewesen, dass Peter, welcher in das Foyer der Bibliothek hereingeplatzt kommt, bereits Teil des Stückes ist. Die Schüler hielten ihn für einen Besucher. Doch schnell wurde klar: Peter quatschte die Schüler nicht einfach so von der Seite an. Nein. Er erzählte vom Film Matrix und den Problemen der Digitalisierung für die Menschheit.

Mit seiner rasanten Darstellung des Filmes traf Peter einen Nerv bei den Schülern, sie starrten wie gebannt auf den Schauspieler und liefen ihm durch das Foyer nach. „Was passiert da?“, murmelte nicht nur ein Achtklässler.

Neben actionreichen Momenten fanden sich auch ruhige Phasen. So zeigte der Musiker Paul, wie er Inspiration schöpft, nämlich durch die „Hörbar“ in der Bücherei. Passend zur Musik wurden die Schüler aufgefordert zu erzählen, was sie mit der Bibliothek verbinden, Neben Computer, Playstation und WLAN fanden sich auch Begriffe wie Lernen, Kommunikation, Konzentration und Zusammensein wieder. Viele Schüler hatten die Bibliothek bereits zuvor schon zum Lernen, Lesen oder Spielen genutzt. Während Paul musizierte, lockte Peter die Jugendlichen immer wieder aus der Reserve. Er redete mit ihnen und erzählte nicht nur von seiner Kindheit, sondern erfragte nebenbei spielerisch ihre Gedanken. So erzählten einige, dass sie auch Musik machten, Instrumente spielten oder schon einmal von dem Film Matrix gehört hatten. Natürlich hätte noch keiner der Schüler den Film gesehen. Immerhin sei dieser ab 16.
Jens Boyer und Regisseur Erpho Bell zeigten sich am Ende mit der Resonanz zufrieden. Die Jugendlichen waren begeistert: „Wunderbar“ und „fabelhaft“ waren Antworten, welche den Schülern der Klasse 8a bei der Nachbesprechung einfielen. So sei dies nicht nur „Unterricht mal anders“ gewesen, sondern sogar besser. Da waren sich die Schüler alle einig.

 WA vom 30.10.2021

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