Zwei damals 14-Jährige sprechen am Märkischen Gymnasium über ihre Erfahrungen

Hamm-Westen – Junge Menschen lernen heutzutage viel über den Mauerfall, der sich dieses Jahr zum 32. Mal jährte. Dieses Wissen kommt allerdings meistens aus dem Schulunterricht. Zeitzeugen, die zudem ungefähr im Alter der Schüler waren, sind hingegen nur selten ein Bestandteil der Lehrinhalte.

Deswegen hat das Märkische Gymnasium im Rahmen des Aktionstages „Diversität und Demokratie“ zwei Zeitzeugen eingeladen, die über eine Zoom-Konferenz den Schülern die Ereignisse aus ihrer Sicht schilderten. Ebenfalls bei der Konferenz anwesend war auch die Partnerschule des MGH, das Humboldt-Gymnasium in Eichwalde bei Berlin.

131120021Mauerfall

 Diskussion mit Zeitzeugen: Auch Schulleiter Florian Rösner, OB Marc Herter und Bezirksbürgermeister Axel Püttner erinnerten sich auf Einladung von Dr. Andrea Kolpatzik vom MGH an den Mauerfall vor 32 Jahren. 

„Wir wollen nicht nur die Schattenseiten der deutschen Geschichte an diesem Tag beleuchten, sondern auch die positiven Seiten hervorheben“, sagt Dr. Andrea Kolpatzik, die mit ihrem Projektkurs Geschichte die Veranstaltung geplant und durchgeführt hat. Die beiden Zeitzeugen, Laila Gruber und Tilmann Wörmer, seien durch eine Empfehlung von Dr. Christiane Bertram ausgesucht worden. Die Forscherin an der Uni Konstanz hat selbst mit den Zeitzeugen im Rahmen von Forschungsarbeiten zusammengearbeitet.

Beide schilderten in nahbaren wie persönlichen Worten ihre Erlebnisse in der Zeit des Mauerfalls, bei dem sie 14 Jahre alt waren. Wörmer, der bei Stuttgart aufwuchs, verstand anfangs nicht die Bedeutung des Mauerfalls: „Es hat einige Wochen gedauert, bis sich herauskristallisiert hat, dass sich Ost und West wieder vereinigen“, sagte er. Ähnlich erging es auch Laila Gruber, die in Ostberlin groß geworden ist. „Es hat mir etwas Angst gemacht. Ich habe in einer heilen Welt gelebt und plötzlich war alles ganz anders.“

Bei der Fragerunde der Schüler wurde auch das Thema angesprochen, ob die Wiedervereinigung von West und Ost mittlerweile vollzogen sei. Beide kamen hier auf ein ähnliches Ergebnis. „Wie die Wiedervereinigung damals vonstattengegangen ist war es schwierig, weil dem Osten viele positive Aspekte einfach genommen wurden“, so Gruber. Dennoch seien die Herausforderungen heute eher im gesamtdeutschen Kontext zu sehen, einen klaren Unterschied zwischen beiden Seiten der ehemaligen Mauer sehen sie nicht mehr.

WA vom 13.11.2021 von Sascha-N. Paschedag

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