Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich: Programm „Diversität & Demokratie“

Das Programm „Diversität & Demokratie“ bildet den Schwerpunkt des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs des Märkischen Gymnasiums Hamm. Es dient der Profilbildung und Unterstützung im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld. Diese Profilstärkung und Unterstützung beinhaltet finanzielle und externe fachliche Aspekte, wird durch Angebote ausgewählter Universitäten, Stiftungen und Kooperationspartner ermöglicht. Die Projekte im Rahmen des Programms „Diversität & Demokratie“ basieren aufgrund der Schwerpunktbildung bei der Leitzielformulierung auf drei unterschiedlichen thematischen Säulen:

Saeulen Diversitaet und Demokratie

Projektvorstellungen

1. Friedensfahrt 2022 – Per Fahrrad von Weimar nach Berlin

2. MGH-Gesprächsreihe: „Kultur, Religion, Moral oder Kapital – Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“

3. LWL-Projekt „Antisemitismus als Code“

4. Schulkooperation mit dem Humboldt-Gymnasium Eichwalde (Brandenburg)

Kooperationspartner des Programms


1. Friedensfahrt 2022 – Per Fahrrad von Weimar nach Berlin

Die Schüler*innen des Projektkurses Geschichte der Jahrgangsstufe Q1 absolvieren vom 16. bis 24. Juni 2022 in neun Tagen eine mehr als 400 Kilometer lange Tour von Weimar nach Berlin. Per Fahrrad.
Start- und Zielpunkt sind Orte mit historischem Tiefgang und Prägekraft für die nationale Identität: die Holocaust-Gedenkstätte Buchenwald und das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Eine Fahrradtour mit Symbolkraft also. Nicht nur, weil die Tagesetappen zwischen 80 und 105 Kilometer betragen. Klimafreundlich und nur per Muskelkraft bewegen sich die Schüler*innen durch ihnen bislang weitgehend unbekannte Regionen in Ostdeutschland.
Mit dieser Aktion wollen die MGH-Schüler*innen ein Zeichen setzen. Denn nur, wer einander kennenlernt, kann Vorurteile abbauen. Neben intergenerationellen Dialogen und Einblicke in unterschiedliche sozio-kulturelle Lebenswirklichkeiten in Ost- und Westdeutschland liegt der Fokus der „Friedensfahrt 2022“ auf der vertiefenden reflektierten Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Position beziehen, Vorurteile abbauen und dem Antisemitismus trotzen – in Zeiten von Rechtspopulismus und wiedererstarktem Rechtsextremismus sicher keine einfache, aber eine dringend notwendige Aufgabe. Die MGH-Schüler*innen gehen sie an.

Wir freuen uns über eine Kooperation mit der Ruhr Universität Bochum, die das Projekt geschichtsdidaktisch begleiten wird: 

https://www.ruhr-uni-bochum.de/histdidaktik

zurück nach oben

2. MGH-Gesprächsreihe: „Kultur, Religion, Moral oder Kapital – Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“

Der gesellschaftswissenschaftliche Bereich des MGH richtet seit dem Schuljahr 2021 eine Gesprächsreihe aus. Diese trägt den Titel „Kultur, Religion, Moral oder Kapital – Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“.
Mit dieser Leitfrage soll den gegenwärtigen Spaltungstendenzen der Gesellschaft nachgespürt werden, Möglichkeiten zu deren Überwindung diskutiert und reflektiert werden. Vor allem aktuelle Phänomene wie erstarkender (Rechts-)Populismus oder Verschwörungstheorien in der Corona-Pandemie stehen hier im Fokus.
Durch die Teilnahme an den meist abendlichen Gesprächsrunden sollen die Schüler*innen des MGH diskursfähig werden: Aussagen beurteilen, Standpunkte reflektieren und sich eine fundierte Meinung bilden. In regen Diskussionen lernen die Schüler*innen des MGH, Argumente zu entwickeln und sich aktiv in gesellschaftliche Debatten einzubringen.
Renommierte Gesprächspartner unterstützen diese Zielsetzung. Zuletzt halfen Vize-Bundeskanzler a.D. Franz Müntefering, Bundestagspräsident a.D. Prof. Dr. Norbert Lammert oder Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, Argumente und Verstand zu schärfen.

Aktuelle Informationen zu Terminen und Gästen der MGH-Gesprächsreihe:

10.12.2021 Gesprächsreihe mit MdB Hakan Demir (SPD) und der Bundessprecherin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich (Bündnis 90 / die Grünen)
Gesprächsreihe MGH 2021 22

Dokumentation der MGH-Gesprächsreihe 2021/22:

zurück nach oben

3. LWL-Projekt „Antisemitismus als Code“

Das Thema ist in Deutschland brandaktuell: In Gelsenkirchen tobte ein antisemitischer Mob vor der Synagoge, in mehreren Städten wurden im Kontext der jüngsten Eskalation in Nahost israelische Fahnen angezündet und in einzelnen Bundesländern wird der Schutz von jüdischen Einrichtungen verstärkt.
MGH gehört zu insgesamt 25 ausgewählten Schulen, die anlässlich des Jubiläumsjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland am Wettbewerb „Jüdisch hier – Mediale Spurensuche vor Ort“ des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) teilnehmen dürfen. Schüler*innen von Schulen aus dem Ruhrgebiet oder von Schulen an der niederländischen Grenze beschäftigen sich mit dem Judentum gestern und heute in Westfalen.

Der Q1-Projektkurs Geschichte des MGH widmet sich modernem Antisemitismus als Code. Denn dieser kommt oftmals subtil daher: einschlägige Buchstaben- und Zahlenkombinationen an Häuserwänden ersetzen immer öfter das plakative Hakenkreuz. In einem virtuellen Stadtrundgang identifizieren und analysieren die Schüler*innen des Projektkurses antisemitische Codes in der Stadt Hamm.
Den Auftakt bildete der Anne-Frank-Tag 2021. In diesem Rahmen begrüßten die MGH-Schüler*innen Irmelah Mensah-Schramm. Die Aktivistin ist seit dem Schuljahr 2021/22 auch Patin des MGH für „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.  Seit 2007 begegnet sie braunen Parolen nicht mit Polemik, sondern mit Witz und Esprit. Wie etwa im Jahr 2016, als sie in einem Fußgängertunnel im Berliner Bezirk Zehlendorf das Pegida-Graffito „Merkel muss weg!“ kurzerhand in „Merke! Hass weg!“ übersprühte. Mit diesen plakativen Statements dreht sie den Spieß einfach um: Nicht Antisemitismus als Code, sondern Zivilcourage und Menschenrechte.
Um Antisemitismus als Code ging es im Abendvortrag „Tradiert oder importiert? Antisemitismus der Gegenwart“. Dr. Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin klärte die MGH-Schüler über Formen modernen Antisemitismus auf. Dieser zeichne sich vor allem durch Rassismus, eine Täter-Opfer-Umkehr und die Trivialisierung des Holocaust aus.

Projektdokumentation:

zurück nach oben

4. Schulkooperation mit dem Humboldt-Gymnasium Eichwalde (Brandenburg)

Im Zentrum der Schulkooperation zwischen dem Humboldt-Gymnasium Eichwalde und dem Märkischen Gymnasium Hamm steht das Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus in Form projektbasierter Austausche und Aktionen. Diese Kooperationsvereinbarung (Fotogalerie zur Unterzeichnung im August 2021)soll deshalb gleichzeitig auch ein Statement beider Schulen für eine dialogische und demokratische Schulkultur sein. Durch gemeinsame Aktionen beider Schulen sollen Schüler*innen aus Ost- und Westdeutschland nachhaltige Einblicke in unterschiedliche sozio-kulturelle Lebenswelten erhalten.

Das Ziel dieser Schulkooperation ist die projektbasierte Zusammenarbeit beider Schulen im Rahmen des Bundesprogramms „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.

Die verantwortlichen Kollegen Hendrik Küpper (HGE) und Dr. Andrea Kolpatzik (MGH) erstellen aufgrund von abgestimmten pädagogischen Programmen einen Projektfahrplan, der neben pädagogischen Aspekten auch geschichtspolitische und kulturelle Facetten beinhaltet. Hierunter fallen

  • Demokratiebildung
  • Entwicklung von Positionen und Haltungen gegen Antisemitismus und Rassismus
  • Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins
  • Thementage (z.B. Anne-Frank-Tag, Holocaust-Gedenktag, Tag der Menschenrechte)
  • Historisch-politische Gesprächsreihen
  • Kooperative Projekte mit Schüler*innen beider Schulen.

zurück nach oben


weitere Informationen zur AG "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.